Diensthaftpflichtversicherung: Schutz für den öffentlichen Dienst

Schnell ist es passiert: Einen Moment nicht aufgepasst und schon wurde etwas beschädigt. Glücklicherweise kann man sich gegen solche Fälle versichern. Egal ob im privaten Bereich oder im Beruf: ein Schaden, der Dritten zugefügt wird, muss beglichen werden. Für Schadensfälle die in der Freizeit passieren, sollte man unbedingt eine Privathaftpflicht abschließen. Im beruflichen Umfeld greift in vielen Fällen die Betriebshaftpflicht des Arbeitgebers. Dies gilt aber nicht für alle Berufsstände. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes benötigen eine eigene Absicherung in Form einer Diensthaftpflicht. Lehrer, Beamte und Polizisten zum Beispiel üben verantwortungsvolle und teils risikoreiche Tätigkeiten aus. Es ist daher sinnvoll sich gegen möglicherweise auftretende Schadensfälle zu versichern.

Was ist eine Diensthaftpflichtversicherung?

Die Diensthaftpflichtversicherung (auch Amtshaftpflicht oder einschränkend Lehrerhaftpflicht genannt) ist eine besondere Form der Haftpflichtversicherung, die für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes angeboten wird und über besonders angepasste Konditionen verfügt. Dabei sind die Standardleistungen einer Haftpflicht auch bei der Diensthaftpflichtversicherung entscheidend. Die wichtigsten Aspekte sind dabei:

  • Personenschäden: Ein Sportlehrer sieht kurz nicht hin, weil er sich um ein anderes Kind kümmert und schon ist es passiert: Ein Kind stürzt vom Turngerät und verletzt sich. Für anfallende Behandlungskosten, evtl. notwendige lebenslange Renten oder Schadensersatzansprüche kommt die Diensthaftpflicht auf.

  • Sachschäden: Ein Polizist untersucht einen Unfallort und beschädigt beim Beweismittelsichern das Fahrzeug eines Zeugen. Auch hier greift die Diensthaftpflicht.

  • Vermögensschäden: Ein Finanzbeamter begeht einen Irrtum bei der Prüfung von Steuerunterlagen. Dem Geprüften entgeht dadurch eine Rückzahlung, sein Vermögen wird also geschädigt. Die Diensthaftpflicht kommt in diesem Fall ebenfalls für die Folgen auf.

  • Passiver Rechtsschutz: Nicht zu vernachlässigen ist der passiver Rechtsschutz, den eine Diensthaftpflicht bietet. Denn bevor die Versicherung zahlt, prüft sie, ob die Schadenersatzforderungen an den Versicherten überhaupt gerechtfertigt sind und weist diese gegebenenfalls zurück – notfalls auch vor Gericht. Die entstehenden Kosten für das Verfahren werden vom Versicherer getragen.

Besonderheiten der Diensthaftpflichtversicherung

Zwei in eins

Häufig kann eine Diensthaftpflicht nur in Kombination mit einer privaten Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Auch die Familie kann in den Versicherungsschutz integriert werden. So kann man sich den Abschluss mehrerer Versicherungen sparen.

Neben diesen wichtigsten Basisleistungen einer Haftpflichtversicherung, beinhaltet eine Diensthaftpflicht aber noch weitere wichtige Details, die speziell auf die berufliche Tätigkeit im öffentlichen Dienst zugeschnitten sind. Dabei bieten viele Versicherer je nach Berufsgruppe eigene Tarife an, die speziell auf die besonderen Anforderungen eingehen und entsprechend die Konditionen anpassen. Schließlich trägt ein Polizist ein anderes Risiko als ein Finanzbeamter. Welche Gruppierungen die einzelnen Versicherer anbieten, kann man leicht bei den entsprechenden Kundenberatern, den Websites der Unternehmen oder in einem Diensthaftlichtversicherung Vergleich herausfinden.

Für die Besonderheiten je nach Berufsstand bilden Lehrer ein gutes Beispiel. So sind sie nicht nur in der Schule versichert, sondern auch bei Wandertagen, Klassenausflügen (auch im Ausland) oder Museumsbesuchen mit der Klasse. Entsprechende Anpassungen gibt es auch bei anderen Berufsständen des öffentlichen Dienstes.

Wer kann eine Diensthaftpflicht abschließen?

Den Versicherungsschutz einer Diensthaftpflichtversicherung können nicht nur Beamte in Anspruch nehmen, sondern auch Angestellte des öffentlichen Dienstes. Entscheidend ist, dass die Haupttätigkeit in Einrichtungen des öffentlichen Dienstes stattfindet. Daher können auch Erzieher, Förster oder Bundeswehrsoldaten zu den Versicherungsnehmern gehören. Trotz dieser Regelungen, entscheidet letztlich jeder Versicherer selbst, wer als Mitglied aufgenommen wird in der Diensthaftpflichtversicherung. Beamte werden beinahe bei allen Unternehmen versichert, schwerer wird es für risikoreichere Gruppen wie Polizisten oder Bundeswehrsoldaten. In vielen Fällen helfen hier aber auch die Ämter selbst oder entsprechende Gewerkschaften, wie zum Beispiel die Gewerkschaft der Polizei, die eine eigene Versicherung mit Partnern anbietet. Im Zweifel lohnt es sich bei der gewünschten Versicherung direkt nachzufragen, ob eine Aufnahme möglich ist.

Extras bei der Diensthaftpflichtversicherung

Polizist spricht mit einer Radfahrerin

Neben den Besonderheiten, die sich aufgrund der ausgeübten Tätigkeit bei der Diensthaftlichtversicherung ergeben, gibt es die Möglichkeit, die Versicherung noch zu erweitern. So können, ähnlich wie bei der privaten Haftpflicht die Schlüsselversicherung, Dienstschlüssel in den Versicherungsschutz aufgenommen werden. Auch das Führen von Dienstfahrzeugen ist eine mögliche Ergänzung. Polizisten, Zollbeamte oder Bundeswehrsoldaten können auch den Verlust des sogenannten fiskalischen Eigentums versichern. Damit sind zum Beispiel die Dienstkleidung oder die Ausrüstung gemeint. Das Angebot der möglichen Erweiterungen unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter und sollte in jedem Fall genau geprüft werden. Die genauen Konditionen ergeben sich aus den Tarifdetails der Versicherer.

Kosten einer Diensthaftpflicht

Die Kosten einer Diensthaftpflicht richten sich nach mehreren Faktoren. Zum einen nach dem gewählten Tarif bzw. dem Versicherer. Jeder Anbieter hat eine eigene Kostenstruktur, deshalb bietet es sich an mehrere Angebote zu vergleichen. Des Weiteren können für verschiedene Berufsgruppen innerhalb des öffentlichen Dienstes andere Kostenstrukturen gelten, abhängig vom möglichen Risiko. Hinzu kommen selbstverständlich auch die gewählten Extras. Wer seine Dienstschlüssel mitversichern möchte, muss dafür einen höheren Beitrag zahlen. Die Kosten senken kann man zum Beispiel indem man einen Vertrag mit Selbstbeteiligung abschließt. Auch eine jährliche Zahlungsweise wird von manchen Versicherern mit Rabatten belohnt. Vor Abschluss sollte man eingehend die Konditionen und Tarifdetails prüfen. Nicht immer ist die günstigste Versicherung die beste. Eine Anpassung an die persönliche Situation und das Tätigkeitsfeld ist wichtig. Dies sollte mit einer guten Versicherung möglich sein.

Diensthaftpflicht online abschließen

Eine Diensthaftpflichtversicherung kann man ohne Probleme online abschließen. Die meisten Versicherer bieten dafür einfache online Formulare an und auch erläuternde Erklärungen. Wichtig für eine Diensthaftpflichtversicherung ist, den Beruf richtig anzugeben, bzw. einen Haken bei „im öffentlichen Dienst tätig“ zu setzen. Wer sich online nicht ausreichend informiert fühlt kann sich auch persönlich beraten lassen – entweder vor Ort, per Telefon oder per Chat. So kann man auch sicher gehen, dass alle Fragen geklärt werden und man den umfassenden Versicherungsschutz erhält, den man sich wünscht.