Riester-Rente: Privat vorsorgen mit staatlicher Förderung

Die Rente reicht nicht – dies wird immer mehr Menschen bewusst. Konnten die Großeltern noch gut von ihrer Rente leben, so reicht die gesetzliche Rente für die meisten heutigen Senioren bereits nicht mehr. Und dieser Zustand spitzt sich stetig zu. Die Menschen werden immer älter, während die Geburtenrate zurückgeht bzw. stagniert. So kippt das Verhältnis von Menschen im Rentenalter und jungen, arbeitsfähigen Menschen. Mehr Rentner beziehen also mehr Geld aus den Rentenkassen, als (junge) Arbeitnehmer einzahlen. Dieser Wandel belastet zunehmend das Rentensystem. Dies hat auch die Regierung erkannt und entsprechende Reformen eingeleitet. Dazu gehören nicht nur Rentenanpassungen, sondern auch die Ermunterung an die Bürger, privat vorzusorgen und so selbst die zu erwartende Rentenlücke zu schließen. Ein Baustein dafür ist die Riester-Rente, eine Form der privaten Rentenvorsorge, die vom Staat mit Vergünstigungen unterstützt wird.

Was ist die Riester-Rente?

Mit dem Thema Rente befassen sich vor allem junge Menschen eher ungern. Wieso jetzt schon ans Alter denken? Doch genau diese Einstellung kann schnell zum Problem werden, denn wer zu spät mit der Vorsorge beginnt, hat im Alter vielleicht das Nachsehen. Altersarmut ist etwas, das bereits heute viele Senioren betrifft und mit den Jahren laut Expertenschätzungen noch zunehmen wird. Um die Menschen zu motivieren, zur gesetzlichen Rente auch noch selbst vorzusorgen, wurde die Riester-Förderung ins Leben gerufen. Mit dieser erhalten Menschen, die in eine Riester-Vorsorge einzahlen, zusätzliche Gelder vom Staat als Bonus. Diese Riester-Zulagen sind an bestimmte Auflagen gebunden und entfallen, sollte es zu einer Kündigung der Riester-Rente kommen. Nur wenn diese erfüllt werden, kann auch eine Auszahlung erfolgen.

Wer kann mit der Riester-Rente vorsorgen?

Um mit der Riester-Rente Zulagen zur privaten Altersvorsorge zu erhalten, muss man zum förderberechtigten Personenkreis gehören. Die Deutsche Rentenversicherung, die für die Verwaltung der gesetzlichen Renten verantwortlich ist, bietet ausführliches Informationsmaterial dazu auf ihrer Website an. Ein knapperer Überblick über die Förderberechtigten folgt hier:


  • Arbeitnehmer in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis (privater, öffentlicher oder kirchlicher Arbeitgeber)
  • Menschen in Berufsausbildung
  • Behinderte Menschen mit Beschäftigung in einer anerkannten Werkstätte für behinderte Menschen
  • Rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • Kindererziehende (innerhalb der Kindererziehungszeit)
  • Wehrdienst- und Zivildienstleistende (sofern sie diesen Dienst aufgrund einer gesetzlichen Pflicht leisten)
  • Geringfügig Beschäftigte bei Verzicht auf die Versicherungsfreiheit
  • Menschen, die einen Pflegebedürftigen mindestens 14 Stunden wöchentlich in einer häuslichen Umgebung pflegen
  • Versicherungspflichtige Landwirte, sowie deren versicherungspflichtigen Ehegatten und mitarbeitende Familienangehörige
  • Beamte und Empfänger von Sozialbezügen
  • Arbeitssuchende ohne Leistungsbezug, aufgrund mangelnder Bedürftigkeit (sofern sie als arbeitslos gemeldet sind)
  • Bezieher von Arbeitslosengeld II (unter bestimmten Vorausstzungen)
  • Personen, die von der Deutschen Rentenversicherung eine Rente wegen voller Erwerbsminderung beziehen oder Beamte, die eine Beamtenversorgung wegen Dienstunfähigkeit erhalten

Mögliche Zulagen der Riester-Renten-Förderung

Wie viel man letztlich von Staat als Ergänzung für die eigene Vorsorge erhält ist gesetzlich geregelt und richtet sich in erster Linie danach, ob man Kinder hat oder nicht. Generell erhält jeder eine Grundzulage, sofern er riesterförder-berechtigt ist und wenigstens 4 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens in einen Riester-Vertrag einzahlt. Mindestens müssen jährlich aber 60 Euro eingezahlt werden. Dieser Betrag wird als Mindesteigenbeitrag bezeichnet.

Obwohl online viele Riester-Rechner angeboten werden, ist die Berechnung der Zulagen relativ einfach. Folgende Förderungen dienen als Grundlage, für die Berechnung:

  • Arbeitnehmer erhalten 175 Euro jährlich als Riester-Förderung

  • Für Kinder werden 185 Euro jährlich zusätzlich gezahlt

  • Für Kinder, die nach 2008 geboren sind, erhöht sich der Betrag auf 300 Euro

  • Personen unter 25 Jahren erhalten zusätzlich einen einmaligen Bonus von 200 Euro

Welche Varianten des Riester-Sparens gibt es?

Um die Riester-Förderung zu erhalten, gibt es verschiedene Produkte. Alle müssen speziell vom Gesetzgeber zertifiziert sein und bestimmte Auflagen erfüllen, sonst gibt es keine Riester-Zulage vom Staat. Welche Art von Vertrag man abschließt, liegt ganz allein am Sparer selbst. Es gibt unterschiedliche Varianten, die verschieden Sparziele und Bedürfnisse verfolgen. Zudem werden Verträge sowohl für risikofreudige als auch sicherheitsbewusste Menschen angeboten.

Riester-Banksparplan

Der Riester-Banksparplan folgt einem klassischen Banksparplan im Ablauf. Auf ein Konto werden regelmäßig, meist monatlich, Sparbeträge eingezahlt, die dann verzinst werden. Der Zinssatz ist variabel und unterliegt daher Schwankungen. Im Moment ist das Zinsniveau sehr niedrig, weshalb die Rendite eines Banksparplan eher gering ist. Im Gegenzug ist diese Anlageform extrem sicher. Zu Rentenbeginn wird das Guthaben des Banksparplans in eine Rentenversicherung gewandelt und die Auszahlungsphase beginnt.

Riester-Rentenversicherung

Der Klassiker unter den Riester-Produkten ist die Riester-Rentenversicherung. Dabei handelt es sich um eine Versicherung, in die regelmäßig eingezahlt wird, und auf die ein Garantiezins angewendet wird. Dieser wird bei Vertragsschluss bereits festgelegt. So weiß der Sparer bereits zu diesem Zeitpunkt, wie hoch seine Riester-Rente in etwa sein wird. Hinzu kommen noch Faktoren wie Überschussbeteiligungen oder Abzüge durch Gebühren.

Seniorin umgeben von Bäumen, blickt in die Zukunft

Der Klassiker unter den Riester-Produkten ist die Riester-Rentenversicherung. Dabei handelt es sich um eine Versicherung, in die regelmäßig eingezahlt wird, und auf die ein Garantiezins angewendet wird. Dieser wird bei Vertragsschluss bereits festgelegt. So weiß der Sparer bereits zu diesem Zeitpunkt, wie hoch seine Riester-Rente in etwa sein wird. Hinzu kommen noch Faktoren wie Überschussbeteiligungen oder Abzüge durch Gebühren.

Auch die klassische Riester-Rentenversicherung leidet derzeit unter dem niedrigen Zinsniveau. Hinzu kommen gerade in der Anfangszeit erst einmal Kosten für den Abschluss und Verwaltung. Die Versicherungsvariante ist nicht allzu flexibel hat aber den großen Vorteil einer garantierten Rente. Außerdem bieten zahlreiche Versicherer entsprechende Verträge an, so besteht eine große Auswahl für eine Versicherung zur Riester-Rente. Nachteile sind hingegen die häufig hohen Gebühren und die geringere Rendite.

Eine Variante der Riester-Rentenversicherung ist die fondsgebundene Versicherung. Bei diesen wird das Geld nicht ausschließlich auf einem Konto verzinst, sondern auch in andere Anlagearten, zum Beispiel Fonds, investiert. Dadurch erhöht sich die zu erwartende Rendite, gleichzeitig steigt aber auch das Risiko. Egal ob klassische oder fondsgebundene Versicherung zur Riester-Rente, ein Vergleich der Kosten und Konditionen, sowie der zu erwartenden Garantierente und möglichen Rente ist unerlässlich.

Riester-Fondssparplan

Bei einem Riester-Fondssparplan wird über eine Bank oder einen Broker in Fonds investiert und zwar mit regelmäßigen Raten. Das Investitionskapital wird so Stück für Stück erhöht und der Sparer erhält nach und nach mehr Fondsanteile. Generell kann in Aktien-, Renten-, Geldmarkt- oder Immobilienfonds investiert werden. Diese Fonds unterliegen alle Wert- und Kursschwankungen. Eine garantierte Rendite ist mit einem Fondssparplan nicht möglich, dafür sind aber die Ertragschancen höher. Weniger Sicherheit, dafür eine höhere Renditechance. Je länger die Laufzeit des Riester-Fondssparplans, desto eher gleichen sich aber die Schwankungen aus.

Wohn-Riester

Eine Besonderheit beim Riester-Sparen ist der Bereich des Wohn-Riester . Dabei wird in eine eigene Immobilie investiert. Selbstgenutzte Immobilien gelten als gute Form der Altersvorsorge, so dass deren Erwerb unterstützt wird. Die Förderung kann für die Finanzierung genutzt werden. Auch die Kombination mit einem Bausparvertrag ist möglich. Zu beachten ist aber, dass bei Rentenbeginn dann keine Auszahlung erfolgt! Man erhält keine Rentenzahlungen sondern profitiert daran, dass durch ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung die Miete entfällt. Nicht alle Experten halten diese Form der Altersvorsorge für ideal. Ein genauer Blick auf die Einschränkungen und Auflagen zum Wohn-Riester ist daher unbedingt notwendig. Auch sollte man diese Form der Riester Rente mit anderen Vertragsarten vergleichen.

Egal wie, Hauptsache vorsorgen

Die Riester-Rente ist nicht ohne Kritik. Insbesondere die verschiedenen Anlageformen haben Befürworter und Gegner. Welche Variante die ertragreichste ist, ist ebenso strittig welche Art der Riester-Rente sinnvoll ist. Fest steht nur eins: Vorsorgen sollte jeder! Die Renten sind nicht mehr sicher und wer im Alter nicht auf vieles verzichten – oder noch schlimmer – unter Altersarmut leiden möchte, muss selbst aktiv werden. Die staatlichen Förderungen sollte man sich dabei nicht entgehen lassen, unabhängig davon ob man in noch weitere Formen der Altersvorsorge investiert oder nicht. Es gibt zahlreiche Riester-Renten-Produkte, die bereits ab kleinen Beträgen erschwinglich sind und die Förderung freischalten. Je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto wahrscheinlicher kann man seinen Ruhestand genießen, ohne zu große Einschränkungen hinnehmen zu müssen, weil das Geld nicht zum leben reicht.