Kfz-Versicherung: Fahranfänger können auch sparen

Wichtige Versicherungsbegriffe für Fahranfänger:

Endlich mobil! Nach monatelangen Theorie- und Praxisstunden halten jedes Jahr zahlreiche junge Leute ihren Führerschein stolz in den Händen. Doch bevor es ans Steuer geht, kommen Fahranfänger nicht drumherum, sich mit weniger spannenden Dingen rund um die neu gewonnene Unabhängigkeit zu beschäftigen. Zum Beispiel mit der richtigen Autoversicherung. Fahranfänger sollten schließlich im Straßenverkehr sinnvoll – und wenn möglich günstig – abgesichert sein.

Und genau hier liegt häufig der Hase im Pfeffer. Da statistisch gesehen überdurchschnittlich viele junge Autofahrer Unfälle und Schäden verursachen, sind Fahranfänger für Versicherer immer noch eine hohe Risikogruppe. Die Ersteinstufung in der Kfz-Versicherung wird daher auch meist teuer ausfallen, wie die Statistik verdeutlicht:

Statistik zu den Beitragsunterschieden in der Kfz-Versicherung nach Alter *Grundlage bilden 325 Musterberechnungen für fünf Fahrzeugtypen bei fünf verschiedenen Versicherungen

Ein 18-Jähriger zahlt im Vergleich zum 40-Jährigen mehr als doppelt so hohe Kfz-Versicherungsbeiträge. Da im Durchschnitt die 40-Jährigen den günstigsten Tarif erhalten, stellen diese mit 100 Prozent auch den Vergleichswert für die weiteren Altersklassen dar. Fahranfänger müssen demnach am tiefsten in die Tasche greifen.

Totz dieser tristen Aussichten: Auch Fahranfänger können sparen, wenn sie einige wesentliche Tipps beherzigen. Zunächst gilt es jedoch, folgende wichtige Frage zu klären: Welche grundsätzlichen Versicherungsmöglichkeiten haben Führerschein-Neulinge überhaupt, wenn sie eine Kfz-Versicherung abschließen möchten?

Autoversicherung für Fahranfänger: Familienkutsche oder eigenes Gefährt?

Nach der nervenaufreibenden Praxisprüfung können es viele Fahranfänger häufig nicht erwarten, ein eigenes Auto zu besitzen. Manche nutzen aber auch erstmal das Familienauto. Je nachdem, ob der Sprössling ein eigenes Auto bekommt oder das Auto der Familie fährt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu versichern. Welche dabei die günstigste Variante ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Fahranfänger sind jedoch gut beraten, sich für alle drei Möglichkeiten Angebote einzuholen und zu vergleichen. Gerade im hart umkämpften Kfz-Versicherungsgeschäft variieren die Preise der verschiedenen Anbieter teilweise enorm.

Variante 1: Zusätzlicher Fahrer des Familienautos

Fährt der Fahranfänger mit dem Familienauto, müssen die Eltern den Sprössling als zusätzlichen Fahrer melden. Als Konsequenz wird der Versicherungsbeitrag jedoch steigen, da sich das Schadensrisiko für den Versicherer erhöht. Im Durchschnitt wird der Beitrag nun fast doppelt so teuer. Allerdings variiert die Höhe der Aufschläge von Anbieter zu Anbieter sehr stark. Manche erhöhen die Prämie auch nur um 40 %. Es lohnt sich daher für Fahranfänger, beim Versicherer zu erfragen, um wie viel Prozent der Beitrag ansteigt. Die Höhe des Aufschlages hängt auch maßgeblich von den Konditionen der Kfz-Versicherung für den Erstwagen ab. Wichtig ist hier zum Beispiel: Für welchen Fahrerkreis gilt der bisherige Kfz-Versicherungsschutz? Und fahren die Eltern ein Auto, das in einer hohen Typklasse eingestuft ist? In diesem Fall wäre der Beitrag wahrscheinlich sehr teuer, da ein Fahranfänger ein hohes Kostenrisiko für den Versicherer darstellt.

Variante 2: Das eigene Auto versichern

Familie lässt sich vom Makler ein Haus zeigen

Für viele Fahranfänger ist klar: Ein eigenes Auto soll es sein. Eine Kfz-Versicherung, die auf den Fahranfänger als Versicherungsnehmer läuft, ist jedoch meist sehr teuer. Denn Fahranfänger stufen Versicherer in eine hohe Risikogruppe, die sogenannte Schadenfreiheitsklasse 0 ein. Der Grund: Der Fahrer konnte noch keinen Schadenfreiheitsrabatt sammeln. Für den Preis einer eigenen Police spielt außerdem die Typklasse des Autos eine wichtige Rolle. Handelt es sich zum Beispiel um ein sehr hochwertiges Auto oder auch um ein typisches – meist älteres – Fahranfänger-Auto wie zum Beispiel einen Opel Astra, kann das die Kosten zusätzlich in die Höhe treiben. Fahranfänger sollten daher immer bereits vor dem Kauf des Autos, die Typklasse prüfen. Auf der Website des GDV, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, können Fahranfänger mithilfe einiger Angaben zum Fahrzeug die Typklassen eines Autos einsehen.

Variante 3: Auto als Zweitwagen der Eltern versichern

Die gute Nachricht: Es gibt ein Schlupfloch, für diejenigen, die ein eigenes Auto fahren möchten. Fahranfänger können nämlich ihr eigenes Auto als Zweitwagen über die Eltern versichern. Da die Eltern in der Regel in einer höheren Schadenfreiheitsklasse sind und bereits den Erstwagen beim Versicherer gemeldet haben, erhalten sie einen günstigeren Tarif für den Zweitwagen. Der Fahranfänger muss dann jedoch als Fahrer des Zweitwagens anmelden. In vielen Fällen ist dies günstiger als den günstiger als den Fahranfänger als zusätzlichen Fahrer des Erstwagens anzumelden. Der Grund: Viele Versicherer gewähren beim Abschluss einer Versicherung für ein weiteres Fahrzeug auf den gleichen Versicherungsnehmer oder dessen Partner eine Sondereinstufung bei den Schadenfreiheitsklassen. Wichtig ist hier allerdings auch die Typklasse des Zweitwagens. Die Versicherungsprämie für klassische Fahranfänger-Autos ist häufig teuer. Je nach Zweitwagen kann die Versicherungsprämie stark variieren.

6 Tipps für eine günstige Kfz-Versicherung für Fahranfänger

Auch Führerschein-Neulinge können sparen und eine erschwingliche Kfz-Versicherung für Fahranfänger abschließen. Je nachdem, ob der Sprössling ein eigenes Auto fährt oder das Familienauto nutzt, gibt es unterschiedliche Spartipps. Ein Überblick über die wichtigsten Tipps & Kniffe.

Die Eltern melden einen Zweitwagen an und werden Versicherungsnehmer, der Sprössling wird nur Fahrer. Einen Zweitwagen stufen Versicherer meist in eine bessere Schadenfreiheitsklasse ein. Häufig ist es jedoch Voraussetzung, dass der Erstwagen auch über die gleiche Versicherungsgesellschaft läuft. Der Wermutstropfen: Fahranfänger sammeln in diesem Fall keinen Schadenfreiheitsrabatt.

Meldet eine Familie mehrere Fahrzeuge bei der gleichen Versicherungsgesellschaft, bieten diese häufig vorteilhafte Familientarife an. Der Fahranfänger kann auf diese Weise in einer höheren Schadenfreiheitsklasse starten und von Beginn an fleißig Schadenfreiheitsrabatt sammeln.

Fahranfänger können zum Beispiel von Omas Schadenfreiheitsrabatt profitieren. Denn innerhalb der nahen Verwandtschaft können Schadenfreiheitsklassen auf einen Fahranfänger übertragen werden. Allerdings lohnt sich dies nicht immer. Besonders geeignet ist eine solche Regelung, wenn der Verwandte selbst nicht mehr Autofahren möchte und der Fahranfänger bereits seit einigen Jahren einen Führerschein besitzt. Das ist zum Beipsiel dann der Fall, wenn der Sprössling über den Zweitwagen der Eltern als Fahrer versichert war und nun das erste eigene Auto anmelden möchte.

Viele Fahranfänger fahren alte Autos. Eine Kaskoversicherung kommt für Schäden am eigenen Auto auf und lohnt sich daher häufig nicht. Teilkasko deckt Schäden zum Beispiel durch Unwetter und Diebstahl. Vollkasko sichert zusätzlich Vandalismus und selbstverursachte Schäden. Fahranfänger sollten genau abwägen, ob der zusätzliche Schutz zur gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherung überhaupt notwendig ist. Häufig ist es günstiger, die Reparatur im Ernstfall selbst zu begleichen. Denn der Wert älterer Autos ist oft so gering, dass sich eine aufwendige Reparatur nicht lohnt. Anders sieht es aus, wenn Fahranfänger neue oder wertvolle Autos fahren. Als Faustregel gilt: Autos, die älter als 5 Jahre sind, benötigen keine Vollkaskoversicherung – Teilkasko ist für mittelalte (ab 5 Jahre) Autos häufig sinnvoll. Wer einen Kaskoschutz abschließt, sollte eine Selbstbeteiligung und Werkstattbindung vereinbaren. Dies senkt den Kfz-Beitrag.

Fahranfänger, die ein eigenes Auto kaufen, können an der Typklasse des Autos sparen. Vor dem Kauf eines Gebraucht- oder Neuwagens sollten diese daher immer die Typklasse in die Kaufüberlegungen miteinbeziehen und auf der Website des GDV, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, einsehen.

Wer den Führerschein bereits mit 17 Jahren macht, profitiert häufig bei der Einstufung in der Kfz-Versicherung. Fahranfänger, die Begleitetes Fahren absolvieren, erhalten nämlich oftmals Rabatte. Außerdem können Fahranfänger den Kfz-Beitrag mit Fahrsicherheitstrainings senken. Denn ein solches Training gilt bei vielen Versicherern als zusätzliche Erfahrung.

Kfz-Versicherung: Fahranfänger sollten online Tarife vergleichen

Die Konkurrenz unter Versicherern ist im Kfz-Bereich sehr groß. Jeder neue Autofahrer sollte dies daher für sich nutzen und Tarife vorab auf einem Online-Portal vergleichen, um eine günstige Versicherung für Fahranfänger zu ergattern. Viele Anbieter locken insbesondere zur Herbstzeit mit Neukundenrabatten, da die meisten Kfz-Verträge zum Jahreswechsel auslaufen. Es lohnt sich daher, Angebote zu vergleichen und verschiedene Optionen durchzuspielen. Wichtig ist vor allem die Frage, ob der Sprössling ein eigenes Auto oder das Familienauto zukünftig fahren wird. Wenn Fahranfänger zusätzlich einige Tipps beherzigen und beispielsweise die Typklasse beim Autokauf einzukalkulieren oder günstige Familientarife nutzen, können auch Führerschein-Neulinge bei der Kfz-Versicherung sparen und eine erschwingliche Police abschließen.

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