Gewerblicher Rechtsschutz – sicher durch die Selbstständigkeit

Rechtsschutz für Ihr Gewerbe unerlässlich

Wer ein Gewerbe ausübt, läuft immer auch Gefahr, dass es früher oder später zu Konflikten kommt – mit Mitarbeitern, Vermietern, Zulieferern usw. Und manchmal müssen diese Probleme auf juristischem Weg gelöst werden. Damit Sie als selbstständiger Unternehmer oder Freiberufler dann nicht auf hohen Anwalts- und Gerichtskosten sitzen bleiben, können Sie eine Gewerberechtsschutzversicherung abschließen. Vom einfachen Basis- bis zum Rundum-Schutz – Sie können die Leistungen wählen, die Sie benötigen.

Dabei können Sie nicht nur festlegen, welche Leistungen Ihnen wichtig sind, sondern auch welche Rechtsgebiete. Wer ein Gewerbe betreibt, bewegt sich in vielen verschiedenen Rechtsgebieten: im Steuer- und im Sozialrecht zum Beispiel. Aber unter Umständen spielt auch das Verkehrsrecht eine Rolle für Sie, beispielsweise dann, wenn Sie mit einem Firmenwagen unterwegs sind. Oder Sie mieten eine Immobilie, um Ihr Gewerbe ausüben zu können. Dann bewegen Sie sich auch im Mietrecht. Im Folgenden erfahren Sie daher alles Wichtige zum Gewerberechtsschutz und zu den einzelnen Rechtsgebieten, die Sie dabei absichern können. Einen kleinen Fokus legen wir auf den gewerblichen Immobilienrechtsschutz, der sowohl bei gekauften als auch bei angemieteten Immobilien greift.

Vorsicht: Der gewerbliche Immobilienrechtsschutz bezieht sich ausschließlich auf Immobilien, die Sie für die Ausübung Ihrer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit nutzen. Vermieten Sie selbst Immobilien an andere Gewerbetreibende oder Privatpersonen, greift die Police nicht. Hier wäre die Vermieterrechtsschutzversicherung die geeignete Wahl.

Rechtsschutz für Selbstständige besonders wichtig

Rechtsschutzversicherungen haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Einerseits liegt das daran, dass immer mehr Unternehmen und Gewerbe gegründet werden – vom Start-up bis zum kleinen Handwerkerbetrieb. Andererseits ziehen auch immer mehr Menschen vor Gericht. Die Zahl der Gerichtsverfahren im Bereich Gewerbe steigt von Jahr zu Jahr. Die hohen Kosten, die mit solchen Verfahren verbunden sein können, bilden dabei insbesondere für kleinere Selbstständige und Freiberufler eine Gefahr. Denn diese verfügen meist nur über sehr geringe finanzielle Rücklagen. Eine Absicherung dieser Belastungen kann also auch die Existenz Ihres Gewerbes schützen.

Was sichert der gewerbliche Rechtsschutz ab?

Der Gewerberechtsschutz bietet Leistungen für alle juristischen Aufgaben, die während eines Rechtsstreits nötig sein können. Natürlich aber nur dann, wenn die juristische Auseinandersetzung in Zusammenhang mit Ihrem Gewerbe besteht. Im Folgenden sind die wichtigsten Rechtschutzleistungen aufgeführt. Beachten Sie jedoch, dass nur die Premium-Tarife der Anbieter auch den vollen Schutz bieten.

Für diese Kosten kommen Gewerberechtsschutzversicherungen auf:

  • Anwalts- und Gerichtskosten: Langwierige Gerichtsverfahren können teuer werden, vor allem dann, wenn Sie den Prozess verlieren.

  • Juristische Erstberatung: Auch kleinere rechtliche Angelegenheiten, zum Beispiel Beratungen zur Vertragsgestaltung, können schnell und kostenlos geklärt werden.

  • Außergerichtliche Einigungsverfahren: Damit der Rechtschutz aktiv wird, muss es nicht erst zum Prozess kommen. Außergerichtliche Einigungen sind jedoch meist nur in Premium-Tarifen abgedeckt.

  • Zeugengelder: Zeugen, die vor Gericht aussagen, erhalten eine Aufwandsentschädigung, für die Sie ansonsten aufkommen müssten, wenn Sie vor Gericht verlieren.

  • Sachverständigen- und Gutachterkosten: Sachverständige und Gutachter werden für Ihre Arbeit bei Gericht bezahlt.

  • Kautionsstellung als Darlehen: Sollten Sie – oder einer Ihrer Mitarbeiter – festgenommen werden, stellt der Rechtsschutz die Kaution. Diese müssen Sie allerdings in Form eines Darlehens zurückzahlen.

Grundbaustein Firmenrechtsschutz steckt in jedem Tarif

Nachdem wir bisher die Leistungen betrachtet haben, widmen wir uns nun den versicherten Rechtsgebieten. Der gewerbliche Rechtsschutz besteht aus mehreren Bausteinen, die Sie buchen können aber nicht müssen. Hier zählt ausschließlich, welche Sicherungsleistungen Sie benötigen. Es gibt aber immer einen Grundbaustein, der auf jeden Fall gewählt werden muss. Das ist der sogenannte Firmenrechtsschutz. Dieser gilt nur für bestimmte Rechtsgebiete. Das sind einerseits Streitigkeiten vor Finanzgerichten. Hier spricht man vom Steuerrechtsschutz. Andererseits werden aber auch juristische Streitfälle mit Berufsgenossenschaften abgedeckt. Das ist dann der Sozialrechtsschutz. Welche konkreten Leistungen Sie in diesen Rechtsbereichen von Ihrem Versicherer erhalten, hängt hingegen davon ab, ob Sie einen Basis-, Komfort- oder einen umfassenden Premiumschutz gewählt haben.

Weitere Module vervollständigen den Schutz

Wenn Sie nicht nur den allgemeinen Firmenrechtsschutz, sondern vielleicht auch einen gewerblichen Immobilienrechtsschutz haben möchten, müssen Sie diesen Baustein vor Abschluss der Versicherung hinzufügen. Es gibt eine Reihe von Bausteinen, die jeweils verschiedene Rechtsgebiete abdecken. Für jedes einzelne Modul, das Sie abschließen, erhalten Sie die gewählten Leistungen, vom Basis- bis zum Premiumschutz.

Gewerblicher Immobilienrechtsschutz bei Eigentum und Miete

Als Selbstständiger oder Freiberufler werden Sie zur Ausübung Ihrer Tätigkeit auch auf Immobilien angewiesen sein. Das Café in einem angesagten Stadtteil, die Lagerhallen am Stadtrand oder Büroräume in der City – mit den Räumen, die Sie für Ihr Gewerbe nutzen, verbindet sich immer auch die Gefahr, in juristischen Streit zu geraten. Egal, ob Sie Ihre Gewerberäume angemietet haben oder diese Ihr Eigentum sind: Anwohner fühlen sich gestört, der Vermieter erhöht die Miete, Sie verursachen Schäden am Inventar und bekommen die Mietkaution nicht zurück. Kann alles passieren, ist aber weniger dramatisch mit der passenden Versicherung im Rücken.

Tipp: Wenn Sie für die Ausübung Ihres Gewerbes Räumlichkeiten oder gar eine ganze Immobilie anmieten möchten, ist die Mietkaution ein Faktor, der die finanzielle Belastung erhöht. Mit einer Gewerbe-Mietkautionsversicherung können Sie die hohen einmaligen Kosten umgehen. Gegen monatliche Beiträge bürgt eine Bank, Kautionskasse oder Versicherung für Ihre gewerbliche Anmietung.

Dieser Immobilienrechtsschutz greift bei allen Angelegenheiten, die mit der gewerblichen Nutzung von Immobilien zusammenhängen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Immobilie gekauft ist oder lediglich von Ihnen angemietet wurde. Tatsächlich ergibt sich gerade bei Mietverhältnissen oft juristischer Streit, z. B. die Miete oder Kautionszahlungen betreffend. Achtung: Möchten Sie sich hier absichern, reicht der private Mietrechtsschutz nicht aus, Sie brauchen eine Police für gewerbliche Nutzung.

Auch Arbeitgeber- und Verkehrsrechtsschutz möglich

Neben dem Grundpaket Firmenrechtsschutz und dem Baustein Immobilienrechtsschutz gibt es weitere Komponenten, die abgeschlossen werden können. Das sind in erster Linie der Verkehrsrechtsschutz und der Arbeitgeberrechtsschutz. Letzterer erübrigt sich, wenn Sie Ihr Gewerbe alleine betreiben und keine Angestellten haben. Der Verkehrsrechtsschutz ist jedoch bereits eine Überlegung wert, sobald Sie einen Firmenwagen nutzen. Hier lassen sich einzelne Firmenwagen – aber auch verschiedene Fahrer – versichern.

Vorsicht: Der private Verkehrsrechtsschutz gilt nicht für Angelegenheiten, die im Rahmen Ihres Gewerbes entstanden sind. Sind Sie im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit also viel unterwegs und wollen Sie auf Nummer sicher gehen, benötigen Sie einen gewerblichen Verkehrsrechtsschutz.

Die wichtigsten Konditionen im Überblick

Die Leistungen einer Gewerberechtsschutzversicherung hängen immer auch damit zusammen, wie viel Sie bereit sind, in den Schutz zu investieren. Eine Grundsicherung kostet weniger als Premiumpakete. So sind etwa Leistungen zur außergerichtlichen Einigung oft nicht in Basistarifen enthalten. Wer den vollen Schutz braucht, sollte dementsprechend mehr investieren.

Für diese Kosten kommen Gewerberechtsschutzversicherungen auf:

  • Deckungssumme: Sie können festlegen, bis zu welcher Summe Ihre Versicherung Kosten für Anwälte, Gerichtsprozesse usw. übernimmt. Üblich sind hier mindestens 500.000 Euro. Aber auch eine unbegrenzte Deckung ist möglich. Möchten Sie Kosten reduzieren, können Sie die Mindestdeckung wählen.

  • Selbstbehalt: Kosten lassen sich auch senken, indem Sie einen Selbstbehalt vereinbaren, z. B. 250 Euro. Kleinere juristische Angelegenheiten zahlen Sie in dem Fall aus eigener Tasche. Im Gegenzug sparen Sie bei den monatlichen Versicherungsprämien.

  • Wartezeit: Kein Spar- aber Frustpotential bietet die sogenannte Wartezeit. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung abschließen, besteht zu Beginn eine Wartezeit, in der Sie manche Leistungen der Versicherung nicht in Anspruch nehmen können. In der Regel beträgt die Wartezeit zwischen drei und sechs Monaten.

Rechtsschutzversicherung: Gewerbe absichern – mit dem richtigen Tarif

In der gewerblichen Rechtsschutzversicherung haben Sie viele Möglichkeiten, Ihren Wunschtarif zusammenzustellen. Welche Leistungen sind Ihnen besonders wichtig? Welche Rechtsbereiche wollen Sie absichern? Wie können Sie die monatlichen Beiträge begrenzen? Mit diesen Fragen im Hinterkopf sollten Sie einen genaueren Blick auf die Anbieter werfen. Vergleichen Sie die Konditionen der Tarife, bevor Sie sich für einen Versicherer entscheiden. So sind an die Rechtsschutzversicherung für Selbstständige und Freiberufler manchmal ganz andere Anforderungen gestellt als an den Schutz für größere Unternehmen. In jedem Fall gilt: Sollte es dann zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen, brauchen Sie sich keine Sorgen um zu hohe Anwalts- oder Gerichtskosten machen.