Wichtige Versicherungen für Auszubildende

Zum Eintritt ins Berufsleben sollten Sie ihren Versicherungsbedarf unter die Lupe nehmen. Wichtige Versicherungen sind:

  • gesetzliche Krankenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Haftpflichtversicherung

Versicherungen für Auszubildende: Erfolgreicher Start ins Berufsleben

Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung wartet auf viele Schüler der Start ins Berufsleben. Sie beginnen ihren Karriereweg als Auszubildende in Unternehmen, Instituten, Ämtern oder Behörden. Doch bringt der Eintritt ins Berufsleben einige Veränderungen für die ehemaligen Schüler mit sich. Denn je nach Situation müssen sie nun selbst für ausreichenden Versicherungsschutz sorgen – eine für die meisten jungen Leute zunächst wohl eher verwirrende und schwierige Aufgabe, die man jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Gesetzliche Krankenversicherung

Krankenversicherung: Ausbildung bedeutet meist gesetzlich pflichtversichert

Da für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht besteht, gilt dies auch für Auszubildende. Als Schüler war der Nachwuchs in der Regel über die Familienversicherung der Eltern beitragsfrei gesetzlich krankenversichert oder über einen Elternteil Mitglied einer privaten Krankenversicherung. Dies ist mit Beginn der Berufsausbildung jedoch meist nicht mehr möglich. Wird ein Arbeitsverhältnis als Auszubildender eingegangen, müssen die Betroffenen sich selbst um eine Krankenversicherung kümmern. Das bedeutet: Als Auszubildender besteht für diese Zeit meist eine Versicherungspflicht innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Spezielle Azubi-Krankenkassen gibt es jedoch nicht.

Krankenversicherung: Auszubildende sollten sich informieren

Während der Beitragssatz für Auszubildende bei allen Krankenkassen identisch ist, unterscheiden sich die Versicherer vor allem durch die jeweiligen Zusatzbeiträge, Leistungen und Serviceangebote. Entsprechend sollte gut darüber nachgedacht werden, welche Inhalte der gesetzlichen Krankenversicherung im individuellen Fall besonders wichtig sind. Die beste Krankenkasse für Auszubildende ist somit die, welche die meisten Leistungswünsche des potenziellen Mitglieds abdeckt und somit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Um sich einen Überblick zu verschaffen, bietet sich ein Krankenversicherungsvergleich an, der nicht nur die einzelnen Leistungen, sondern auch den von der Krankenkasse erhobenen Zusatzbeitrag vergleicht. Dieser zeigt, welche Krankenkasse für Auszubildende besonders attraktiv ist.

Besonders zu beachten: Auszubildende, deren monatliches Einkommen 325 Euro nicht übersteigt, müssen selbst keine Sozialabgaben und damit auch keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. In einem solchen Fall werden die Kosten meist vom jeweiligen Arbeitgeber übernommen. Liegt der Ausbildungsverdienst über dieser Grenze, teilen sich Arbeitgeber und Azubi die Kosten des Beitragssatzes. Der Zusatzbeitrag, den die jeweilige Krankenkasse erhebt, muss vom Auszubildenden selbst getragen werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung Azubi: Frühe Absicherung sinnvoll

Zwar handelt es sich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht um eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung, doch sollte man nicht auf diesen Schutz verzichten. Denn eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es für Auszubildende nicht. Geld vom Staat gibt es nur bei Erwerbsunfähigkeit und diese Erwerbsminderungsrente reicht in der Regel nicht aus, um den bisherigen bzw. einen angenehmen Lebensstandard zu erhalten.

Um sich selbst vor den finanziellen Risiken einer Berufsunfähigkeit zu schützen, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst früh abgeschlossen werden. Denn nicht nur die Beiträge fallen in der Regel günstiger aus. Auch der Gesundheitszustand der zu versichernden Person ist in jungen Jahren meist besser. Auf diese Weise vermeidet man nicht nur eine Ablehnung oder einen Risikoaufschlag seitens der Versicherung, auch das Risiko von Leistungsausschlüssen ist meist geringer.

Auszubildende sollten jedoch darauf achten, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Nachversicherungsgarantie umfasst. Denn nur dann kann zu einem späteren Zeitpunkt die vereinbarte Rentenleistung erhöht werden. Und das ohne erneute Gesundheitsprüfung. Zudem enthalten einige Berufsunfähigkeitsversicherungen für Auszubildende eine sogenannte Erwerbsunfähigkeitsklausel. Diese hat zur Folge, dass Azubis, die zu Beginn ihrer Berufsausbildung erwerbsunfähig werden, nur dann eine Leistung von der Versicherung erhalten, wenn sie nicht nur den Ausbildungsberuf, sondern auch keine andere berufliche Tätigkeit mehr ausüben können. Den vollen Berufsunfähigkeitsschutz der Versicherungspolice gibt es meist erst zum Ende der Berufsausbildung.

Normalerweise muss eine Person für den Erhalt der Erwerbsminderungsrente mindestens 5 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Auch müssen innerhalb der letzten 5 Jahre vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Tätigkeit vorliegen. Doch für Auszubildende ist eine Ausnahme vorgesehen: Wird ein Azubi durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit erwerbsunfähig, entfallen diese Wartezeiten. Ab dem zweiten Lehrjahr, indem Pflichtbeiträge geleistet werden, erstreckt sich diese Regelung meist auch auf andere Krankheiten sowie Freizeitunfälle.

Private Rentenversicherung

Bereits in jungen Jahren für das Alter vorsorgen

Schon heute entspricht die Rente eines Arbeitnehmers nur noch anteilig der Höhe des früheren Einkommens. Um diese zukünftige Einkommenslücke zu schließen, und den gewohnten Lebensstandard auch als Rentner halten zu können, ist es sinnvoll, bereits in jungen Jahren, eine private Rentenversicherung abzuschließen.

Je früher man beginnt, eine solche Rentenversicherung zu besparen, desto geringer fallen meist die Anfangsbeiträge für eine solche Absicherung aus. Schließlich verfügt der Vertrag zur privaten Rentenversicherung in der Regel über eine längere Laufzeit, während der die Versicherungssumme angespart wird. Hierbei wird häufig eine Dynamik vereinbart, die dafür sorgt, dass der Versicherungsschutz an die Geldwertentwicklung angepasst wird. Somit wird auch die Inflation beim Besparen der privaten Rentenversicherung berücksichtigt.

Doch gibt es nicht nur eine Variante der privaten Rentenversicherung. Es existieren verschiedene Varianten, wie der Versicherungsvertrag ausgestaltet werden kann. So gibt es neben der klassischen Variante, die einem Sparplan ähnelt, auch eine fondsgebundene Rentenversicherungen. Mit dieser sind zwar höhere Renditen, aber auch ein höheres Risiko verbunden. Denn bei dieser Variante erfolgt eine Investition in Wertpapiere, z.B. häufig in Aktien. Gemeinsam haben alle Variationen der privaten Rentenversicherung in der Regel, dass die Auszahlung der Versicherungssumme auf zwei unterschiedlichen Wegen möglich ist. So kann man sich meist entscheiden, ob man eine lebenslange monatliche Rente oder eine einmalige Kapitalauszahlung der erwirtschafteten Summe erhalten möchte.

Wenn Azubis das Elternhaus verlassen

Nicht immer leben Auszubildende während ihrer Berufsausbildung noch bei den Eltern. Vor allem wenn die Ausbildungsstelle sich in einer anderen Stadt befindet, ist der Zeitpunkt gekommen, sich vor Ort eine eigene Unterkunft zu suchen. Verlegt der Nachwuchs den Hauptwohnsitz außerhalb des Elternhauses, sollten noch andere Versicherungen in Betracht gezogen werden. Denn eine eigene Wohnung bringt auch mehr Verantwortung mit sich.

Private Haftpflichtversicherung

Haftpflichtversicherung Azubi: Wann ein eigener Vertrag benötigt wird

Zwar ebenfalls keine Pflichtversicherung, aber dennoch einen sehr wichtigen Schutz bietet die private Haftpflichtversicherung. Denn grundsätzlich haftet jeder unbegrenzt für die von ihm verursachten Schäden. Dies gilt nicht nur, wenn man Gegenstände beschädigt, die anderen Menschen gehören, sondern auch für dritte Personen, die durch das eigene Verschulden verletzt werden. Gerade bei Personenschäden können die Kosten schnell in die Millionenhöhe gehen, was für viele Menschen den finanziellen Ruin bedeuten würde.

Haftpflichtversicherung: Auszubildende sollten sich rechtzeitig informieren

Ob ein Auszubildender noch über die Familienhaftpflicht der Eltern abgesichert ist, hängt von unterschiedlichen Kriterien ab. Grundsätzlich gilt: Ist der Nachwuchs bereits verheiratet, ist eine Versicherung über die Haftpflicht der Eltern nicht mehr möglich. Je nach Versicherer können unterschiedliche Grenzen für den Schutz der Familienhaftpflicht vereinbart werden. Hierzu gehören neben der Erstausbildung und dem Hauptwohnsitz auch das Alter des Auszubildenden.

Meist sind Auszubildende während ihrer ersten Berufsausbildung über die Haftpflicht der Eltern mitversichert. Ist der Nachwuchs jedoch bereits über 25 Jahre alt oder zieht er von zu Hause aus, sollte man sich vorab unbedingt beim jeweiligen Versicherer erkundigen, ob eine Weiterversicherung über die Familienhaftpflicht während der Ausbildung möglich ist. Zur Sicherheit sollte man sich die Rückmeldung schriftlich bestätigen lassen. Auf diese Weise ist man im Schadensfall auf der sicheren Seite.

Haftpflichtversicherung für Auszubildende

Muss eine eigene Versicherungspolice abgeschlossen werden, bieten einige Versicherer auch eine spezielle Azubi-Haftpflichtpflichtversicherung zu einem günstigeren Beitrag an. Meist handelt es sich hierbei um einen Tarif für junge Leute, ähnlich einer Studenten-Haftpflicht. Vor dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung sollten jedoch die Leistungen der Haftpflicht-Tarife miteinander verglichen werden.

Hausratversicherung

Das eigene Hab & Gut absichern

Lebt ein Auszubildender in einer eigenen Wohnung, sollte er sich rechtzeitig erkundigen, ob eine Mitversicherung des eigenen Hausrats über die Versicherung der Eltern möglich ist oder eine separate Hausratversicherung für die Wohnung abgeschlossen werden muss. Zur Sicherheit sollte man sich die Antwort des Versicherers auch hier schriftlich bestätigen lassen. Während der Erstausbildung ist eine Mitversicherung über die Hausrat der Eltern häufig nur dann möglich, wenn der elterliche Haushalt weiterhin Hauptwohnsitz des Azubis bleibt.

Ist eine Mitversicherung über die Familienhausrat nicht mehr möglich, muss eine separate Versicherung abgeschlossen werden. Doch macht eine eigene Hausratversicherung für Auszubildende nicht immer Sinn. Nur wenn sich qualitativ hochwertige Möbelstücke oder teure elektronische Geräte in der Wohnung befinden, ist eine Hausratversicherung wirklich sinnvoll. Auch hier sollten zuerst verschiedene Tarife miteinander verglichen werden. Auf diese Weise lässt sich schnell und einfach das passende Produkt finden.

Rechtsschutzversicherung

Für das eigene Recht einstehen: Rechtsschutz für Auszubildende

Aus finanziellen Gründen scheuen sich viele Menschen davor, sich auf einen Rechtsstreit einzulassen. Und das, obwohl sie sogar im Recht wären. Zu abschreckend sind meist die hohen Kosten für einen langwierigen Prozess. Um auch als Auszubildender für das eigene Recht einstehen zu können, ohne sich Sorgen um die Kosten des Rechtsstreits machen zu müssen, sollte man sich für den Abschluss einer privaten Rechtsschutzversicherung entscheiden.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, nicht nur minderjährige, sondern auch volljährige Kinder über die Familienrechtsschutzversicherung der Eltern mitzuversichern. Dies ist in der Regel jedoch nur möglich, wenn der Nachwuchs weder verheiratet ist noch in einer eingetragenen Partnerschaft lebt. Zieht der Auszubildende in eine eigene Wohnung, kann eine Mitversicherung über die Rechtsschutz der Eltern unter Umständen möglich sein. Eine eigene Rechtsschutzversicherung für den Bereich Verkehr sollte jedoch abgeschlossen werden, wenn Auszubildende das eigene Auto selbst anmelden. Denn nicht in jeder Situation kann der Nachwuchs weiterhin über die Rechtsschutz der Eltern versichert werden. Oft gibt es hierbei zudem Altersgrenzen für die Mitversicherung der Kinder. Ist man unsicher, welche Regelungen die eigene Versicherung in einem solchen Fall vorsieht, sollte man sich rechtzeitig mit dieser in Verbindung setzen.

Kfz-Versicherung

Ist eine Kfz-Versicherung für Auszubildende sinnvoll?

Auch für Auszubildende gilt: Möchte man in Deutschland ein Auto zulassen, wird hierfür eine Kfz-Haftpflichtversicherung benötigt. Gerade als Fahranfänger fallen die Kosten für diese Versicherung häufig nicht gerade günstig aus. Denn laut Statistik verursachen Führerscheinneulinge mehr Unfälle als erfahrene Autofahrer.

Um Kosten zu sparen, sollte man die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Auto nach Erhalt des Führerscheins zunächst über die Mutter oder den Vater zu versichern. Hat man nach einigen Jahren mehr Fahrpraxis, kann ein eigener Versicherungsvertrag abgeschlossen werden. Dann profitiert der Auszubildende direkt von unfallfreien Jahren. Denn mit jedem Jahr, indem er keinen Unfall verursacht, steigt der Schadensfreiheitsrabatt und damit fallen auf Dauer auch die Kosten für die Versicherung. Möchte man das Fahrzeug beispielsweise auch gegen Diebstahl versichern, sollte im Zuge der Kfz-Versicherung nicht nur eine Kfz-Haftpflicht, sondern ergänzend auch eine Kaskoversicherung abgeschlossen werden. Da dies in der Regel jedoch einiges an Mehrkosten verursacht, sollten Azubis sich gut durchrechnen, ob sich der Mehrpreis der Versicherung für das entsprechende Auto lohnt.

Auslandskrankenversicherung

Als Azubi im Ausland unterwegs

Gönnt man sich als Auszubildender einige Tage Auslandsurlaub, sollte man sich vorab über die dort gültige Krankenversicherung informieren. Denn die gesetzliche Krankenkasse bietet meist nur innerhalb Europas Schutz. Häufig jedoch nicht für einen medizinisch notwendigen Rücktransport, der in der Regel ziemlich teuer ausfällt. Um sich selbst während des Urlaubs umfassend abzusichern, sollten auch Azubis eine private Auslandskrankenversicherung für diesen Zeitraum abschließen.

Zahnzusatzversicherung

Bereits während der Ausbildung gesundheitlich vorsorgen

Da die gesetzliche Krankenversicherung meist nur einen Teil der Kosten im zahnärztlichen Bereich übernimmt, muss der Restbetrag von der versicherten Person übernommen werden. Dies kann bei einem hochwertigen Zahnersatz schnell ziemlich teuer werden. Denn die Krankenkasse zahlt nur einen Festzuschuss auf einen Betrag in der Höhe der festgelegten Regelversorgung. Durch den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung kann man sich gegen die Mehrkosten absichern.

Nicht nur das Alter, sondern auch der aktuelle Zustand des Gebisses spielen bei der Berechnung des Versicherungsbeitrags eine Rolle. Grundsätzlich gilt: Je älter der Versicherungsnehmer und je geschädigter dessen Zähne bereits sind, desto höher fällt in der Regel der Versicherungsbeitrag aus. Auch können im Vertrag einzelne Leistungen ausgeschlossen oder die Versicherung sogar abgelehnt werden. Gerade deshalb ist es sinnvoll, dass Auszubildende eine Zahnzusatzversicherung möglichst früh abschließen, solange noch keine bzw. wenige Probleme mit den Zähnen vorliegen.

>