Gesetzliche Krankenversicherung: Vergleich hilft bei Wahl der Krankenkasse

Gesetzliche Krankenkasse zur Absicherung der Gesundheit

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist eines der beiden Krankenversicherungssysteme in Deutschland. Daneben gibt es die private Krankenversicherung (PKV). Während letztere durch private Versicherungsunternehmen angeboten wird, übernehmen öffentlich-rechtliche Krankenkassen die gesetzliche Krankenversicherung. Jeder Mensch in Deutschland muss entweder eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung haben. Diese gesetzliche Krankenversicherungspflicht existiert seit 2009. Sinn und Zweck beider Krankenversicherungen ist es, die Gesundheit ihrer Mitglieder zu erhalten.

Die größten gesetzlichen Krankenkassen

Den meisten Menschen dürfte zumindest eine Krankenkasse ein Begriff sein - nämlich die eigene. Doch es gibt eine Vielzahl gesetzlicher Krankenkassen. Manche von ihnen - wie zum Beispiel die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) - sind regional gegliedert. Andere wiederum sind im gesamten Bundesgebiet tätig. Gemessen an ihren Mitgliedern sind die Techniker Krankenkasse (TK) und die Barmer GEK die größten gesetzlichen Krankenkassen.

Wann ist man pflichtversichert?

Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung unterscheidet man grundsätzlich zwischen Personen, die pflichtversichert sind und Menschen, die sich freiwillig über die gesetzliche Krankenkasse versichern. In der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind alle Personen, die als Arbeitnehmer über ein regelmäßiges beitragspflichtiges Bruttoeinkommen von mehr als 450 Euro und maximal 4.800 Euro pro Monat verfügen. Während die Untergrenze dieser Spanne als Geringfügigkeitsgrenze bezeichnet wird, ist der Maximalbetrag von 57.600 Euro Bruttoeinkommen pro Jahr (Stand 2017) unter dem Begriff Versicherungspflichtgrenze oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze bekannt. Letztere wird jährlich neu vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales festgelegt.

Auch wer nicht erwerbstätig ist, unterliegt der Versicherungspflicht. Damit sind arbeitslose Personen gesetzlich krankenversichert. Hingegen: Wessen Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, der kann sich grundsätzlich sowohl über die gesetzliche also auch über eine private Krankenversicherung absichern. Doch sollte man es sich gut überlegen, bevor man die Krankenkasse kündigt und in die PKV wechselt. Denn eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht gerade einfach.

Was bedeutet "freiwillig gesetzlich versichert"?

Wer nicht pflichtversichert ist, aber keine private Krankenversicherung abschließen kann oder möchte, kann sich auch für eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung entscheiden. Zu dieser Gruppe gehören folgende Personenkreise:

  • Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen monatlichen Mindesteinkommen von 4.800 Euro

  • Selbstständige und Freiberufler, unabhängig von der Höhe des Einkommens

  • Beamte und Pensionäre

  • Rentner, die nicht in der Krankenversicherung der Rentner (KvdR) pflichtversichert sind

  • Studenten ab dem 30. Geburtstag oder dem 15. Fachsemester

  • Personen, die bis zu 450 Euro verdienen und kein ALG II erhalten

  • Personen während einer Übergangsphase zwischen zwei Beschäftigungen

Freiwillig krankenversichert

Wichtig ist, dass die Bezeichnung "freiwillig krankenversichert" nicht falsch verstanden wird. Dies bedeutet zwar, dass man die Wahl hat, ob man sich auf freiwilliger Basis gesetzlich versichert, doch wird damit zu keinem Zeitpunkt die in Deutschland gesetzlich geregelte Versicherungspflicht für die Krankenversicherung in Frage gestellt.

Die Bezeichnung "freiwillig" bedeutet also lediglich, dass auch eine alternative Krankenversicherung, z.B. bei einem privaten Anbieter, abgeschlossen werden kann.

Personen, die ein neues Beschäftigungsverhältnis eingehen, bei dem sie ein regelmäßiges Einkommen von 4.800 Euro monatlich erhalten, können meist sofort die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Arbeitnehmer hingegen, die durch eine Gehaltserhöhung die Versicherungspflichtgrenze übersteigen, haben die Möglichkeit, ihre freiwillige Krankenversicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse ab dem 1. Januar des Folgejahres zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt muss das Einkommen jedoch nach wie vor die vorgegebene Höhe erreichen.

Familienversichert in der GKV

In der gesetzlichen Krankenversicherung besteht nicht nur die Möglichkeit, sich freiwillig oder per Pflichtbeitrag zu versichern. Als dritte Variante innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung kann man die Familienversicherung nutzen. Hier können Angehörige über ein zahlendes Krankenkassenmitglied beitragsfrei mitversichert werden. Dies gilt für:

  • Ehepartner oder Lebenspartner (entspr. dem Lebenspartnerschaftsgesetz)

  • Leibliche Kinder

  • Adoptierte Kinder

  • Pflegekinder, die nicht beruflich gepflegt werden

  • Kinder von familienversicherten Kindern

  • Stiefkinder, für deren Lebensunterhalt das Mitglied der Krankenkasse überwiegend aufkommt

  • Enkel, für deren Lebensunterhalt das Mitglied der Krankenkasse überwiegend aufkommt

Doch müssen zudem gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, damit diese Personen über einen Angehörigen mitversichert werden können. Neben Alters- und Einnahmegrenzen spielt auch der berufliche Werdegang der jeweiligen Person eine entscheidende Rolle. So sichert die Familienversicherung Studenten beispielsweise bis zum vollendeten 25. Lebensjahr ab (danach können Studenten ihre Krankenversicherung frei wählen). Azubis hingegen müssen sich bei Antritt der Lehre selbst über die gesetzliche Krankenversicherung pflichtversichern.

Gesetzliche Krankenversicherung: Kosten nach monatlichem Einkommen berechnet

Frau beim Physiotherapeuten

Grundsätzlich entscheiden zwei Faktoren über die Höhe des monatlichen Krankenkassenbeitrags für die GKV. Da gesetzliche Krankenkassen die Kosten auf Grundlage eines Beitragssatzes erheben, der einem prozentualen Anteil am Bruttogehalt entspricht, spielt neben dem Beitragssatz sowie eventuellen Zusatzbeiträgen auch die Höhe des jeweiligen Einkommens eine entscheidende Rolle. Diese Faktoren legen fest, wie hoch der Krankenkassenbeitrag am Ende ausfällt.

Beitragssatz Krankenversicherung: Auch Zusatzbeiträge beachten

Zum 1. Januar 2015 wurde der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent gesenkt. Wobei sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber 7,3 Prozent der Summe übernehmen. Der zuvor erhobene mitgliederbezogene Anteil des Beitrags von 0,9 Prozent entfällt seit 2015. Nun können die gesetzlichen Krankenkassen jedoch ergänzend einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben. Diese fallen je nach Versicherer unterschiedlich hoch aus. Der Bund der Krankenkassen e.V., auch als GKV-Spitzenverband bekannt, bietet eine Übersicht über die Zusatzbeiträge der jeweiligen Krankenkassen (GKV-Zusatzbeitrag).

Grundsätzlich gilt: Erhöht die gesetzliche Krankenkasse den Zusatzbeitrag oder erhebt ihn erstmalig, besitzen die Krankenkassenmitglieder ein Sonderkündigungsrecht, um auf diese Weise zu einer anderen Krankenkasse wechseln zu können.

Obwohl die Höhe des Zusatzbeitrages von der jeweiligen Krankenkasse abhängt, sollte man nicht einfach die günstigste Krankenversicherung abschließen. Zwar spielt auch die Höhe des monatlichen Beitrags eine entscheidende Rolle, doch sollten vor allem die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung – die sich von Kasse zu Kasse im Detail unterscheiden können – betrachtet werden. Was nutzt die günstigste Krankenkasse, wenn diese nicht die Leistungen abdeckt, die dem jeweiligen Versicherungsnehmer wichtig sind?

Die GKV im Mutterschutz und der Elternzeit

(Werdende) Mütter bzw. frischgebackene Eltern sollten sich frühzeitig über die Krankenversicherung in der Elternzeit bzw. die Krankenversicherung im Mutterschutz informieren und alle wichtigen Regelungen kennen.

Für welche gesetzliche Krankenkasse sollte man sich entscheiden?

Dies sollte bei einem Krankenversicherung Vergleich unbedingt berücksichtigt werden. In Deutschland gibt es eine Vielzahl verschiedener gesetzlicher Krankenkassen. Diese unterscheiden sich nicht nur durch die jeweiligen Leistungen und den angebotenen Service, sondern auch die Anzahl der Geschäftsstellen und vorhandenen Extraleistungen. Betrachtet man die verschiedenen Krankenkassen im Vergleich, sollte man in erster Linie darauf achten, dass die jeweilige Krankenkasse die eigenen Bedürfnisse bestmöglich erfüllt. Dabei schadet es nicht, langfristig zu denken und auch die Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung im Auge zu behalten, denn die Krankenkassen sind zugleich auch Pflegekassen.

Welche ist die beste gesetzliche Krankenkasse?

Die Frage, welche die beste Krankenversicherung ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Schließlich hat jeder Versicherungsnehmer unterschiedliche Anforderungen an die Leistungen der Krankenversicherung. Damit jedoch alle Versicherten die gleiche gesetzlich vorgeschriebene Versorgung erhalten, sind mehr als 90 Prozent der medizinischen Leistungen bei allen gesetzlichen Krankenkassen identisch. Denn die gesetzlichen Krankenkassen sind zur Gewährleistung einer medizinisch notwendigen und sinnvollen Versorgung der versicherten Personen verpflichtet. Und das nicht nur im Inland. Gesetzlich Krankenversicherte profitieren zusätzlich von der Europäischen Krankenversicherungskarte, mit der sie im europäischen Ausland Kassenleistungen der jeweiligen Länder in Anspruch nehmen können.

Gesetzliche Krankenkasse: Vergleich der Basis- und Zusatzleistungen

Mann liegt im Krankenhaus

Um nur einen kurzen Einblick in die Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen zu geben: In den Basisleistungen ist beispielsweise festgehalten, dass der Kassenpatient seinen Arzt frei wählen kann. Einzige Voraussetzung: Dieser muss eine Kassenzulassung besitzen. Darüber hinaus ist festgelegt, dass das Kassenmitglied nur den Eigenanteil von maximal 10 Euro pro Medikament, das ihm per Kassenrezept verschrieben wurde, übernimmt. Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt den Restbetrag. Ab einem bestimmten Alter sowie in regelmäßigen zeitlichen Abständen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse auch die Kosten für einige Vorsorgeuntersuchungen. Zudem bezahlt die GKV bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren die vollen Kosten für eine Behandlung im Krankenhaus. Kassenpatienten, die dieses Alter übersteigen, übernehmen einen Eigenanteil von 10 Euro pro Behandlungstag für einen stationären Aufenthalt. Hierbei gilt jedoch ein maximaler Eigenanteil von 280 Euro pro Jahr. Zuletzt zahlt die Krankenkasse auch ein Krankengeld, wenn ein Arbeitnehmer sich krankmelden musste und länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist.

Mit diesen Leistungen entspricht die GKV in etwa dem Basistarif der privaten Krankenversicherer. Neben den Basisleistungen bieten gesetzliche Krankenkassen jedoch auch einige Zusatzangebote bzw. Extraleistungen an. Beispielsweise übernehmen einige von ihnen einen Anteil der Kosten bei osteopathischen Behandlungen, für alternative Arzneimittel, für die professionelle Zahnreinigung oder Reiseimpfungen. Welche Extraleistungen dabei übernommen werden, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Ein gesetzliche Krankenversicherung Vergleich bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Angebote sowie die jeweils darin enthaltenen Leistungen einzeln und direkt miteinander zu vergleichen. Auf diese Weise können Vor- und Nachteile der verschiedenen Krankenkassen schnell identifiziert werden. Auch die Höhe der Zusatzbeiträge kann in den Vergleich einfließen.

Gesetzliche Krankenversicherung: Test von Zusatzversicherungen

Da die gesetzliche Krankenversicherung jedoch bei weitem nicht alle Eventualitäten abdeckt und leistungsmäßig in der Regel deutlich hinter der privaten Krankenversicherung bleibt, können verschiedene Zusatzversicherungen abgeschlossen werden, welche die größten Lücken der gesetzlichen Krankenversicherung schließen. Hierzu gehören:

Dabei braucht sicher nicht jeder gesetzlich Versicherte jede Zusatzversicherung. Hier sollte man sich überlegen, welche gesundheitlichen Gefahren abgesichert werden müssen beziehungsweise auf welche Leistungen man während einer Behandlung nicht verzichten möchte. Wer sich für eine Zusatzversicherung interessiert, sollte auch hier die Anbieter und ihre Konditionen vergleichen.

GKV-Vergleich hilft bei der richtigen Wahl

Trotz vieler Basisleistungen, die die verschiedenen gesetzlichen Kassen gemeinsam haben, lohnt sich ein Blick auf die Extraleistungen der jeweiligen Krankenversicherung. Beiträge sollten allerdings ebenso im Auge behalten werden. So bieten viele Krankenkassen auch Wahltarife an, zum Beispiel solche mit der Option auf Beitragsrückerstattung. Ein Krankenversicherung Vergleich hilft dabei, nicht nur die verschiedenen Tarife und Beiträge, sondern auch die einzelnen Leistungen der Krankenkassen miteinander zu vergleichen. So hat man die Möglichkeit, sich für eine gesetzliche Krankenkasse zu entscheiden, die den eigenen Erwartungen entspricht.