Krankenkassenbeiträge: So viel zahlen Sie in der GKV

Krankenversicherungsbeitrag in der GKV

Gesetzliche Krankenkassen erheben neben dem allgemeinen jeweils einen individuellen Zusatzbeitrag. Wieviel Sie also letztlich zahlen, hängt davon ab, bei welcher Krankenkasse Sie sind. Wir zeigen Ihnen, welcher Zusatzbeitrag im Jahr 2018 bei den Krankenkassen anfällt.

Wieso werden die Beiträge erhoben?

Aufgabe der gesetzlichen Krankenkassen ist es, die Gesundheit ihrer Mitglieder zu erhalten. Konkret bedeutet das, dass die Krankenkassen Vorsorge- und Behandlungskosten, die bei Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten entstehen, übernehmen. Um diese Kosten zu decken, zahlen alle Mitglieder monatliche Krankenkassenbeiträge. Jedes einzelne Mitglied leistet also seinen kleinen Beitrag, damit das Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) funktioniert.

Beitragshöhe hängt vom Einkommen ab

Dabei zahlen nicht alle Mitglieder den gleichen Krankenkassenbeitrag. Entscheidend ist Ihr Arbeitseinkommen: Verdienen Sie eher wenig, bezahlen Sie auch einen niedrigeren Beitrag. Menschen mit einem hohen Verdienst zahlen im Gegenzug mehr in die Krankenkasse ein.

Hintergrund: Damit funktioniert die Beitragsbemessung grundlegend anders als in der privaten Krankenversicherung (PKV). Dort werden die Beiträge nämlich nach Alter und Gesundheitszustand der Versicherten berechnet. Je höher das Gesundheitsrisiko, desto teurer wird es. Das Einkommen spielt in dem Fall dann kein Rolle.

So setzt sich der Krankenversicherungsbeitrag zusammen

Damit alle Kassenmitglieder einen ungefähr gleichen Anteil ihres Einkommens an die Krankenkassen zahlen, gibt es den allgemeinen Beitragssatz. Dieser gilt für alle – und zwar bei allen Krankenkassen. Der Beitragssatz ist ein fester Prozentwert, der vom Bruttolohn abgezogen wird. Derzeit beträgt er 14,6 Prozent.

Neben dem allgemeinen gibt es auch den ermäßigten Beitragssatz. Dieser beträgt momentan 14,0 Prozent und kann z. B. von gesetzlich krankenversicherten Selbstständigen in Anspruch genommen werden. Einziger Unterschied: Im ermäßigten Beitrag haben Versicherte keinen Anspruch auf Krankengeld.

Tipp: In der Familienversicherung der GKV können Sie Familienmitglieder kostenlos mitversichern. Das funktioniert zum Beispiel bei Ehepartnern und den eigenen Kindern. Es gibt aber Bedingungen.

Der Zusatzbeitrag macht den Unterschied

Der Krankenkassenbeitrag beinhaltet jedoch noch eine weitere Komponente. Neben dem allgemeinen Beitragssatz fällt nämlich auch der Zusatzbeitrag an. Die Höhe des Zusatzbeitrags ist nicht gesetzlich festgelegt. Jede Krankenkasse kann selbst über die Höhe des Zusatzbeitrags entscheiden. In diesem Punkt besteht ein gewisser Wettbewerb zwischen den verschiedenen Krankenkassen.

Derzeit beläuft sich der Zusatzbeitrag auf 0 bis 1,7 Prozent. Dieser Wert wird mit dem allgemeinen Beitragssatz addiert; beides zusammen ergibt den tatsächlichen monatlichen Krankenkassenbeitrag. Auf diese Weise entstehen verschiedene Krankenkassenbeiträge der gesetzlichen Versicherer. In der folgenden Tabelle bieten wir Ihnen einen Überblick über die Krankenkassenbeiträge 2018.

Beiträge der Krankenkassen

Zusatzbeitrag finanziert meist Zusatzleistungen

Krankenkassen, die nur einen sehr niedrigen Zusatzbeitrag verlangen, bieten den Mitgliedern letztlich günstigere Gesamtbeiträge. Andere Krankenkassen verlangen vielleicht einen höheren Zusatzbeitrag, bieten im Gegenzug aber auch oft umfangreichere Zusatzleistungen wie Zahnreinigungen oder Fitnesskurse an. In dem Zusammenhang sollten Sie sich die Frage stellen, ob Ihnen ein günstiger Beitrag oder umfangreichere Leistungen wichtiger sind. Manche Krankenkasse bietet jedoch auch beides gleichzeitig. Bei einem guten Preis-Leistungsverhältnis lohnt sich dann auch ein Wechsel der Krankenkasse.

Beitrag zur Krankenversicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Den Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent teilen sich Arbeitnehmer mit ihrem jeweiligen Arbeitgeber. Genauer: Beide Parteien zahlen je die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes, also derzeit 7,3 Prozent. Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag ist von dieser Aufteilung jedoch ausgenommen. Den übernimmt jeder Versicherte selbst in voller Höhe.

Aufgepasst: Selbstständige profitieren von dieser Teilung des Beitrags nicht. Logisch, denn einen Arbeitgeber, mit dem sie sich die Kosten teilen könnten, gibt es ja nicht. Das bedeutet: Selbstständige zahlen nicht nur den Zusatzbeitrag, sondern auch den allgemeinen Beitrag in voller Höhe allein.

Bei zu hohen Kosten Krankenversicherung vergleichen

Die Krankenkassen bieten die gesetzlichen Leistungen und erheben den gleichen allgemeinen bzw. ermäßigten Beitragssatz. Unterschiede ergeben sich jedoch beim Zusatzbeitrag und bei den Zusatzangeboten. Wenn Sie Ihre Krankenkasse auf den Prüfstand stellen möchten, sollten Sie vor allem vergleichen, welche zusätzlichen Leistungen andere Krankenkassen bieten und welchen Beitrag diese dafür verlangen.