Work-and-Travel: Versicherungen für unterwegs

  • Welche Versicherungen sind besonders relevant?
  • Welcher zusätzliche Versicherungsschutz ist möglich?
  • Was sind wichtige Punkte bei Versicherungsabschluss?

Work-and-Travel: Versicherungen für eine ganz besondere Reiseart

Umfassende Einblicke in die Arbeitswelt, enger Kontakt zu Kultur und Sprache – Work-and-Travel ist eine ganz besondere Reiseart und ideal für diejenigen, die Land und Leute intensiv kennenlernen möchten. Ein Work-and-Traveller verlässt die Pfade eines „normalen“ Urlaubers und lernt das Arbeits- und Alltagsleben des jeweiligen Landes kennen. Dazu benötigen Work-and-Traveller in der Regel nicht nur eine Aufenthalts- und/oder Arbeitserlaubnis, sondern auch einen zugeschnittenen Versicherungsschutz. Um die Auslandszeit entspannt genießen zu können, sollten sich Work-and-Traveller daher vorab mit dem Thema Versicherungen beschäftigen.

Versicherungscheck – welcher Versicherungsschutz besteht bereits?

Der Schritt ins Ausland ist ein guter Zeitpunkt, um sich eine grundlegende Frage zu stellen, die im Alltag häufig untergeht: „Über welchen Versicherungsschutz verfüge ich im Detail?“ Versicherungen sind für viele Menschen ein eher unliebsames Thema. Wer jedoch Work-and-Travel plant, sollte sich vorab mit Versicherungen beschäftigen und klären, ob beispielsweise bereits über die Eltern ein Unfallversicherungsschutz oder eine Haftpflicht besteht. Denn so kann jeder Work-and-Traveller Doppelabschlüsse vermeiden und frühzeitig klären, welcher zusätzliche Versicherungsschutz sinnvoll wäre.

Die wichtigsten Work-and-Travel-Versicherungen

Welche Versicherungen im Einzelfall notwendig sind, hängt zum einen vom Reiseziel, dem eigenen Sicherheitsbedürfnis sowie dem bereits bestehendem Versicherungsschutz ab. Viele Versicherungsunternehmen bieten spezielle Work-and-Travel-Versicherungen an. Dies sind meist Versicherungspakete, die häufig eine Auslandskrankenversicherung, eine Haftpflichtversicherung sowie eine Reiseunfallversicherung enthalten. Die wichtigste Work-and-Travel-Reiseversicherung dabei ist die richtige Auslandskrankenversicherung.

Die folgende Grafik zeigt beispielhafte Situationen, in denen Versicherungen für Work and Travel wichtig sind:

Work-and-Travel: Krankenversicherung ist das A und O

Als Work-and-Traveller benötigt man eine spezielle Work-and-Travel-Krankenversicherung. Work-and-Travel-Teilnehmer zieht es meist in die weite Ferne – Australien, Neuseeland und Kanada sind die beliebtesten Reiseziele. Das Problem: Die gesetzliche Krankenkasse bietet nur Versicherungsschutz innerhalb der Europäischen Union (+Liechtenstein, Norwegen, Island) und Ländern wie beispielsweise der Türkei, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen getroffen hat. Doch der Schutz für Reisende ist auch in diesen Ländern eingeschränkt. Wer sich für einen Work-and-Travel-Aufenthalt innerhalb der EU entscheidet, sollte nämlich beachten: Die Krankenkassen erstatten die Kosten nur nach deutschen Regelsätzen. Ist eine Behandlung im Ausland teurer, bleibt der Patient meist auf den Differenzbeträgen sitzen. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt außerdem keinen (meist kostspieligen) Krankenrücktransport. Um den – in der Regel ohnehin kleinen – Geldbeutel eines Work and Travellers nicht unnötig zu belasten, ist ein zusätzlicher Reiseschutz sinnvoll. Kommen Ausländer zum Work-and-Travel nach Deutschland, bietet sich hierfür eine spezielle Besucherversicherung an, die Incoming-Versicherung.

Work-and-Travel-Auslandskrankenversicherung muss ein Langzeittarif sein

Aufgrund der genannten Einschränkungen der gesetzlichen Krankenversicherung, verfügen bereits sehr viele Deutsche über eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung. Diese sichert die versicherte Person bei Krankheit und Unfall im Ausland ab. Der Haken: Herkömmliche Tarife decken maximal einen Zeitraum von (meist) 42-56 Tagen ab. Work-and-Travel-Aufenthalte dauern aber in der Regel sehr viel länger: Eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung wird nötig. Diese kann – je nach Tarif – für Aufenthalte von beispielsweise bis zu 5 Jahren abgeschlossen werden. Work-and-Traveller können somit sichergehen, dass sie während des gesamten Aufenthalts krankenversichert sind.

Wichtige Tarifdetails der Work-and-Travel-Krankenversicherung

Der Tarif muss nicht nur ein Langzeittarif sein. Damit Work-and-Traveller genau die Leistungen erhalten, die sie benötigen, sollten sie bei der Wahl der Auslandskrankenversicherung auf folgende wichtige Tarifdetails achten:

  • USA und Kanada inklusive: Viele Versicherer schließen die USA und Kanada aus, da die Kosten im Krankheitsfall sehr viel höher sind als beispielsweise in Deutschland. Wer also in diese Länder reisen möchte, sollte darauf achten, dass diese Länder eingeschlossen sind.

  • Taggenaue Abrechnung: Sollte ein Work-and-Traveller den Heimweg früher als geplant antreten, ist er mit einem taggenauen Tarif nicht an einen Jahresvertrag gebunden und flexibler. Beachten sollten Versicherte hier jedoch vertraglich vereinbarte (Kündigungs-)Fristen.

  • Tarif-Verlängerung vom Reiseland: Für Work-and-Travel ist es praktisch, einen Tarif zu wählen, den der Reisende vom Reiseland aus verlängern kann.

  • Selbstbeteiligung: Wer sichergehen möchte, dass der Versicherer alle Kosten trägt, sollte einen Tarif ohne Selbstbeteiligung wählen. Die Beiträge sind zwar etwas höher, allerdings kann sich dies auszahlen. Denn wer häufig einen Arzt aufsuchen muss, zahlt bei einem Tarif mit Selbstbeteiligung einen gewissen Betrag aus der eigene Tasche. Das kann – je nach Reiseland – ganz schön teuer werden.

  • Medizinisch notwendige und medizinisch sinnvolle Leistungen: Häufig betrifft diese Unterscheidung den Krankenrücktransport. Da dieser – insbesondere aus fernen Ländern wie den USA oder Neuseeland – sehr kostspielig sein kann, sollten Work-and-Traveller einen Tarif wählen, der bereits medizinisch sinnvolle Leistungen deckt.

Unfallversicherung für Work-and-Travel

Frau mit Rucksack im Urlaub

Als Work-and-Traveller nimmt man am Alltag des jeweiligen Landes teil. Das ist spannend und etwas ganz Besonderes, allerdings geht man damit auch Risiken ein. Ein Autounfall beispielsweise kann schnell passieren. Die Auslandskrankenversicherung deckt jedoch in der Regel keine Langzeitfolgen wie Invalidität oder auch notwendige kosmetische Operationen. Um sich gegen hohe Unfallkosten zu schützen, kann daher eine Unfallversicherung sehr sinnvoll sein. Eine private Unfallversicherung unterscheidet sich nicht allzu sehr von einer Reiseunfallversicherung, wie sie oft in Versicherungspaketen für Work-and-Traveller enthalten ist. Beide gelten in der Regel weltweit und rund um die Uhr.

Tipp: Wer bereits über die Eltern privat unfallversichert oder über eine eigene Police verfügt, benötigt keine zusätzliche Reiseunfallversicherung.

Work and Travel: Haftpflichtversicherung, um Schäden Dritter abzusichern

Eine private Haftpflichtversicherung ist für jeden ein sehr wichtiger Versicherungsschutz. Denn diese kommt für Schäden Dritter auf. Wer aus Versehen eine Tasse Kaffee über den Laptop eines Freundes schüttet oder im Hotel eine teure Vase zerbricht, kann solche Schäden in der Regel der Haftpflichtversicherung melden. Da ohne eine Haftpflicht hohe Kosten entstehen können, sind die meisten Deutschen auch haftpflichtversichert. Wer ins Ausland geht und überlegt eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, sollte somit vorab prüfen, ob bereits Versicherungsschutz besteht. Falls dies der Fall ist, sollte die Haftpflichtversicherung einige wichtige Kriterien erfüllen. Und zwar sollte diese:

  • weltweit gelten,

  • den gesamten Work and Travel-Aufenthalt absichern sowie

  • Schäden in der Arbeitszeit umfassen.

Wer noch über die Eltern haftpflichtversichert ist, sollte prüfen, ob die gesamte Dauer des Auslandsaufenthaltes des Kindes in den Versicherungsbedingungen eingeschlossen ist.

Weitere Work-and-Travel-Versicherungen

Wer für Work-and-Travel ins Ausland geht, schließt häufig Versicherungspakete ab, die meist eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung, eine Reiseunfallversicherung sowie eine Reisehaftpflichtversicherung beinhalten. Allerdings gibt es eine ganze Reihe an weiteren Reiseversicherungen, die sinnvoll sein können. Zum Beipsiel:

  • Reisegepäckversicherung: Diese sichert Reisegepäck gegen Verlust oder Schäden ab. Wichtig ist es, die Ausschlusskriterien zu beachten und abzuwägen, ob sich der Abschluss wirklich lohnt.

  • Reiserücktrittsversicherung: Die Flüge für Work-and-Travel bucht der Reisende meist bereits einige Zeit im Voraus. Sollte die Reise wider Erwarten nicht angetreten werden, übernimmt die Reiserücktrittsversicherung meist die Stornokosten.

  • Elektronikversicherung: Diese Police kann sinnvoll für Work-and-Travel sein. Wer beispielsweise Tierbeobachtungen im Outback in Australien plant und eine teure Digitalkamera mit auf Reisen nimmt, kann diese gegen Schäden bis zu einer bestimmten Versicherungssumme absichern lassen.

  • Anwartschaftsversicherung: Mit einer sogenannten Anwartschaft kann sich ein privat Krankenversicherter bei einem längeren Auslandsaufenthalt die Option zur Rückkehr in die private Krankenversicherung zu gleichbleibenden Konditionen sichern.

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