Checkliste Hauskauf: Was gilt es beim Hauskauf zu beachten?

Wer eine große Summe Geld in die Hand nimmt, sollte sein Vorhaben stets sorgfältig planen. Das gilt insbesondere auch für Hauskäufer. Denn jeder Schritt – von der Finanzplanung, der Grundbuch-Eintragung bis hin zur Unterzeichnung des Kaufvertrages – birgt Stolpersteine. Es ist daher wichtig, sich in den entscheidenden Situationen Expertenmeinungen einzuholen und sich auf die wichtigsten Termine gut vorzubereiten. Hier erfahren Hauskäufer, wie sie auf diese Weise die Weichen für einen reibungslosen Immobilienkauf stellen.

Kaufpreis berechtigt? Objektwert schätzen lassen!

Angesichts der aktuell niedrigen Bauzinsen steigt die Nachfrage nach Immobilien – und damit meist auch die Preise. Um sicherzustellen, dass der Kaufpreis gerechtfertigt ist, empfiehlt es sich, einen Experten hinzuzuziehen. Ein Sachverständiger erkennt bei der Hausbesichtigung häufig Mängel, die einem Laien nicht auffallen und kann ein fachmännisches Gutachten über den Wert der Immobilie erstellen. Insbesondere bei Altbauten und Nachkriegshäusern aus den 50er und 60er Jahren lohnt es sich einen Experten hinzuziehen. Denn hier können sehr hohe Modernisierungskosten anfallen und den Kaufpreis erheblich verteuern. Einen Hausinspektor können Kaufinteressenten zum Beispiel über den Verband Privater Bauherren e. V. (VPB) engagieren.

Tipps zur Finanzierung

Wer sich ein Haus kauft, geht in der Regel eine langfristige finanzielle Verpflichtung ein. Bei der Immobilienfinanzierung gilt es daher, sich nicht zu übernehmen. Dazu ist es wichtig, alle anfallenden Nebenkosten beim Hauskauf sowie Betriebsnebenkosten in die Finanzierung mit einzuplanen.

Auf diese Konditionen im Darlehensvertrag achten

Wer ein Objekt gefunden hat, das zum eigenen Geldbeutel passt, hat den Grundstein für eine solide Baufinanzierung gelegt. Doch auch bei der Wahl des Anbieters ist es wichtig, nicht das erstbeste Angebot abzuschließen, sondern Angebote zu vergleichen. Denn die Konditionen der Anbieter variieren mitunter stark und einzelne Leistungsunterschiede können großen Einfluss auf die Gesamtbelastung des Kreditnehmers nehmen. Bevor Kaufinteressenten den Stift zücken, sollten sie daher auf folgende Konditionen achten:

  • Wie hoch ist der Effektivzins? Hier zählt jede Kommastelle.

  • Fallen sonstige Kosten wie Kontoführungsgebühren an?

  • Sind Sondertilgungen kostenfrei möglich?

  • Kann man die Tilgungsrate (mehrmals) kostenfrei anpassen?

  • Wie lange ist die Zinsbindungsfrist? In Niedrigzinsen gilt in der Regel: Je länger, desto besser.

  • Fallen Bereitstellungszinsen an? Kommt es beim Hauskauf zu Verzögerungen, kann dieser Zusatzzins unliebsame Mehrkosten verursachen.

Eine Baufinanzierung wirkt für Interessenten häufig unübersichtlich und komplex. Dennoch muss niemand Finanz-Experte sein, um sie in ihren Grundzügen zu verstehen. Mit einigen Baufinanzierung-Tipps sind Hauskäufer gut gerüstet.

Betriebsnebenkosten nicht vergessen

Damit die Betriebsnebenkosten besser in den Finanzierungsplan einkalkuliert werden können, empfiehlt es sich, vor Kauf Nachweise zu Unterhaltskosten einzusehen. Wer weiß, wie hoch zum Beispiel die Heiz- und Stromkosten sowie die Grundsteuer oder Beiträge für eine Wohngebäudeversicherung waren, kann die zukünftigen Nebenkosten realistisch abschätzen. Auch den Energiepass der Immobilie sollten Kaufinteressenten immer einsehen. Neben den Betriebsnebenkosten fallen ferner Kosten für Reparaturen und eventuell auch für die Gestaltung beziehungsweise den Umbau des Hauses an. Experten empfehlen daher einen bestimmten monatlichen Betrag für Nebenkosten beiseite zu legen.

Hauskauf zeitlich abstimmen und Leerstand vermeiden

In der Regel ist es nie gut, wenn ein Gebäude lange leer steht. Das sollte man einplanen beim Haus kaufen. Tipps für den Hauskauf enthalten daher oft den Hinweis, den Hauskauf zeitlich gut zu planen. Denn häufig findet dieser lange vor dem Einzug ins neue Haus statt. Und das verursacht meist einiges an Kosten. Denn der Hauskäufer muss häufig eine Doppelbelastung aus Miete und Hauskauf tragen. Darüber hinaus können bereits Nebenkosten für das leerstehende Haus anfallen. Steht das Haus im Winter leer, müssen die Eigentümer mit Heizkosten rechnen, da Rohre im Winter nicht einfrieren sollten. Ferner können Kosten für Wasserzirkulation und Instandhaltung anfallen. Um Schimmel vorzubeugen, ist es außerdem wichtig, das Haus regelmäßig zu lüften. Das kostet zwar kein Geld, aber unnötig Zeit. Wer eine Immobilie sein Eigen nennt, muss immer auch Grundsteuer zahlen. Das ist eine Jahressteuer, die auch bei Leerstand der Immobilie zusätzliche Kosten verursachen kann.

Übrigens: Wer sein Haus nach einiger Zeit wiederverkaufen möchte, sollte unbedingt die sogenannte Spekulationssteuer beachten. Diese schreibt vor, dass bei Gewinnen aus privaten Hausverkäufen eine Steuer an den Staat abgeführt werden muss. Nur durch das Einhalten gewisser Fristen kann die Spekulationssteuer umgangen werden.

Wichtige Dokumente für den Hauskauf

Checkliste: Was beachten beim Hauskauf?

Damit Hauskäufer den Überblick bewahren, sollten diese eine Checkliste für den Hauskauf downloaden. Diese listet wichtige Termine und die dafür benötigten Dokumente auf.

Um den Überblick über die wichtigsten, noch anstehenden Termine beim Hauskauf zu bewahren, hilft meist eine Checkliste. Hauskauf und die dafür benötigten Unterlagen können so vorab sorgfältig vorbereitet werden.

Welche Dokumente im Einzelfall gefordert sind, kann von Anbieter zu Anbieter variieren. Um Verzögerungen beim Hauskauf zu vermeiden, ist es sinnvoll, dies direkt mit dem Finanzdienstleister zu klären. Zeit lassen sollten sich Hauskäufer damit nicht und stattdessen frühzeitig alle Dokumente besorgen. Denn je zeitiger die Unterlagen vorliegen, desto schneller kann die Bank den Kredit bewilligen. Am besten bittet man bereits beim Erstgespräch um eine Checkliste. Immobilienkauf und damit auch der Einzug ins neue Eigenheim werden auf diese Weise nicht unnötig verzögert.

Diese Unterlagen benötigt der Kreditgeber

Der Termin mit der Bank steht an. Eine sorgfältige Vorbereitung ist nun unerlässlich und kann einiges an Zeit und Aufwand sparen. Bevor eine Bank einen Kredit vergibt, benötigt sie

  • Einkommensnachweise: Aktuelle Gehaltsabrechnungen und Steuerbescheid

  • Nachweise über Eigenkapitalanteil zum Beispiel Konto- und Depotauszüge oder Sparbücher

  • Auskünfte über zusätzliche Einnahmen zum Beispiel aus vermieteten Wohnungen oder selbständigen Tätigkeiten

  • Aufstellung aller finanzieller Verpflichtungen wie Unterhaltszahlungen oder Kredite bei anderen Finanzdienstleistern

  • Nachweis über weitere Geldgeber: Wer beispielsweise Geld aus einem Bausparvertrag in das Haus investieren möchte, muss dafür ebenfalls Nachweise vorlegen.

Gut vorbereitet zum Notar

Der Notar wird beim Hauskauf mehrfach aktiv. So fertigt er beispielsweise einen ersten Entwurf für den Kaufvertrag an. Dazu benötigt er jedoch einige Informationen, die der Käufer meist bei einem Erstgespräch angibt. Dazu zählen unter anderem Angaben zu Größe, Lage, Darlehenssumme, Zahlungs- und Übergabetermin sowie ein aktueller Grundbuchauszug. Der Grund: Der Notar sieht das Grundbuch ein, um festzustellen, welche Belastungen auf dem Grundstück liegen und wer zu diesem Zeitpunkt als Eigentümer eingetragen ist. Es ist außerdem notwendig einen Personalausweis zum Notartermin mitzubringen.

Der Termin beim Grundbuchamt

Auszug aus einem Grundbuch

Beim Immobilienkauf muss immer ein Eintrag im Grundbuch vollzogen werden. Denn es ändern sich die Eigentumsverhältnisse für die betreffende Immobilie. Für diesen Eintrag muss der Hauskäufer einen Termin beim zuständigen Grundbuchamt vereinbaren. Da die erforderlichen Unterlagen im Einzelfall variieren können, sollten Hauskäufer vorab den Notar fragen, welche Unterlagen vorzulegen sind. Dieser kennt die individuelle Situation und weiß, welche Unterlagen jeweils nötig sind. In jedem Fall brauchen werden Hauskäufer

  • den Personalausweis oder Reisepass

  • die vom Notar beglaubigten Eintragungsformulare

Haus kaufen: Tipps von Experten und Checkliste zahlen sich aus

Für die meisten ist der Kauf der eigenen vier Wände die größte Investition ihres Lebens. Hauskäufer sollten daher nicht an den falschen Stellen sparen und beispielsweise bei der Objektschätzung Expertenhilfe hinzuziehen. Gleichzeitig gilt es, unnötige Mehrkosten zu vermeiden und dazu einen realistischen Zeitplan für den Hauskauf zu erstellen. Eine Doppelbelastung aus Miete und Hauskauf können Darlehensnehmer so vermeiden. Es ist außerdem wichtig, sich auf alle wichtigen Termine beim Kreditgeber, Notar und Grundbuchamt sorgfältig vorzubereiten. Der Hauskauf wird dann nicht unnötig in die Länge gezogen und kann reibungslos über die Bühne gehen.

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