Kaskoversicherung: Schutz fürs eigene Auto

Ob gebraucht oder nagelneu: beim Kauf eines Autos stellt sich immer auch die Frage nach der richtigen Versicherung. Schließlich möchten sich Autofahrer vor hohen Kosten schützen. Laut GDV, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, besitzen mehr als 80% der Autofahrer eine Kaskoversicherung. Der Kaskoschutz scheint somit für viele ein wichtiger Baustein innerhalb der Autoversicherung zu sein.

Welchen Schutz bietet eine Kaskoversicherung?

Die Kfz-Versicherung setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen: der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Kaskoversicherung. Die Kaskoversicherung ist im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung, die vor Schadensersatzansprüchen Dritter schützt, gesetzlich nicht vorgeschrieben. Eine Kaskoversicherung hingegen sichert die finanziellen Folgen von Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Autofahrer können zwischen der Teil- und Vollkaskoversicherung wählen. Der entscheidende Unterschied liegt im Leistungsumfang.

Die GDV meldete für 2015 rund 27,5 Millionen Verträge in der Vollkaskoversicherung – knapp 19 Millionen in der Teilkaskoversicherung. Viele Autofahrer ziehen es somit vor, sich mit einer Vollkaskoversicherung umfassend zu schützen.

Auch bei Autodiebstahl abgesichert

Wer lediglich haftpflichtversichert ist, hat schlechte Karten wenn in das eigene Auto eingebrochen wurde - oder gar das ganze Fahrzeug gestohlen wurde. Nur wer mindestens eine Teilkaskoversicherung besitzt, ist bei Autodiebstahl abgesichert.

Leistungsunterschiede der Kasko-Tarife

Prinzipiell gilt: Nicht jede Kaskoversicherung besitzt den gleichen Leistungsumfang. Zum Beispiel kann die Kollision mit einer bestimmten Tierart im Tarif inbegriffen oder ausgeschlossen sein. Manche Anbieter schließen Unfälle mit Hunden, Nutztieren (Pferde, Kühe) oder Vögeln aus. Andere Tarife wiederum enthalten Unfälle mit Tieren aller Art. Wer ländlich wohnt und einer erhöhten Gefahr von Wildunfällen ausgesetzt ist, sollte daher die sogenannte „Wildschadenklausel“ im Versicherungsvertrag sorgfältig prüfen oder schriftlich beim Versicherer erfragen, für welche Tiere der Versicherungsschutz im Detail gilt. Das Gleiche gilt natürlich für andere Tarifmerkmale wie beispielsweise Marderschäden, die manche Versicherer einschließen – andere wiederum nicht. Wichtig ist hier, dass man nicht nur direkte Schäden in Folge von Marderbissen versichert, sondern auch Folgeschäden. Auch hier hängt es vom Anbieter und jeweiligen Tarif ab, was im Detail versichert ist.

Schadensfall – das zahlt die Kaskoversicherung

Wenn Autofahrer der Kaskoversicherung einen Schaden melden, sollten sie beachten: Nur die Reparaturkosten am eigenen Auto werden von der Police übernommen. Außerdem gilt: Hat der Versicherte den Schaden selbst verursacht, zum Beispiel durch einen Unfall, zahlt die Kaskoversicherung nur, wenn ein Vollkaskoschutz besteht. Wurde der Unfall nicht selbstverschuldet, ist die Versicherung des Verursachers zuständig. Ein Sonderfall besteht bei höherer Gewalt, etwa Sturm- und Hagelschäden am Auto. In diesem Fall gibt es natürlich keinen „Schuldigen“. Die Kosten werden aber dennoch von der eigenen Kaskoversicherung getragen.

Kommt es zu einem Totalschaden, wird in der Regel der Wiederbeschaffungswert minus des Restwertes des Autos gezahlt. Der Restwert entspricht dem aktuellen Verkaufswert. Manche Vollkasko-Tarife beinhalten auch eine Neupreisentschädigung für zwölf Monate oder sogar länger. Für besonders teure Autos kann es sich also lohnen, Tarife mit Hinblick auf die Neupreiserstattung zu vergleichen.

Die Kaskoversicherung übernimmt häufig:

  • Kosten für einen Mietwagen

  • Abschlepp- oder Bergungskosten

  • Anwaltskosten

  • Kosten für Sachschäden an Kleidung oder Brille.

Wichtig: Bei einem Schaden, den der Versicherte durch grobe Fahrlässigkeit verursacht hat, kann die Versicherung ihre Leistungen kürzen. Häufig kommt es hier zu Streitigkeiten mit dem Versicherer, da dieser (unberechtigterweise) von einer Mitschuld des Versicherten ausgeht. Versicherte sollten sich in solchen Fällen durchaus zur Wehr setzen und ihre Aussage – wenn möglich – mit Zeugen und Beweisen untermauern.

Vollkasko oder Teilkasko?

„Brauche ich eine Vollkaskoversicherung oder reicht eine Teilkaskoversicherung?“ – eine Frage, die sich Autokäufer häufig stellen. Als verbreitete Faustregel gilt: Für Autos, die älter als 3-5 Jahre sind, reicht in der Regel eine Teilkaskoversicherung. Denn Fahrzeuge verlieren in der Regel enorm schnell an Wert – die Beiträge in eine Vollkaskoversicherung lohnen sich häufig nicht mehr. Prinzipiell sollten Autofahrer darauf achten, dass der Versicherungsbeitrag in einem vernünftigen Verhältnis zum Wert des Autos steht. Hat das Auto nur noch einen sehr geringen Restwert, lohnt sich eine Kaskoversicherung möglicherweise auch gar nicht mehr. Für Fahrer eines neueren Autos gilt: Je höher der Zeitwert des Autos, das heißt der aktuelle Verkaufswert, desto sinnvoller wird eine Kaskoversicherung.

Vollkasko bei Leasing oder Autokredit

Wer sein Auto mit einem Kredit finanziert oder least, sollte immer eine Vollkaskoversicherung abschließen – Kreditgeber bestehen ohnehin in den meisten Fällen auf den umfassenderen Schutz, um insbesondere bei großen Schäden besser abgesichert zu sein.

Vollkaskoversicherung: Grenzen des Rundumschutzes

Eine Vollkaskoversicherung bietet einen umfassenden Schutz für Autofahrer. Sie deckt neben den typischen Teilkasko-Leistungen auch Vandalismusschäden ab. Zerkratzt beispielsweise ein Unbekannter den Lack, haftet die Vollkasko. Doch aufgepasst: Auch eine Vollkaskoversicherung schützt nicht ausnahmslos. So sind Schäden, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss entstanden sind, grundsätzlich nicht mitversichert. Auch Verschleiß- oder Motordefekte sind meist ausgeschlossen. Kompliziert wird es beim Thema „Fahrlässigkeit“. Denn Vollkaskoversicherer können Leistungen komplett oder anteilig kürzen, wenn der Fahrer beispielsweise einen Unfall verursacht, da er ohne Freisprechanlage telefoniert oder zu schnell gefahren ist. Mittlerweile gibt es jedoch einige Anbieter, die grobe Fahrlässigkeit nicht mehr ausschließen. Es kann daher sinnvoll sein, einen Tarif zu wählen, der auf die sogenannte „Einrede grober Fahrlässigkeit“ verzichtet und fahrlässiges Verhalten in vielen Fällen mitversichert.

Was kostet eine Kaskoversicherung?

Wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung werden auch in der Kaskoversicherung die Fahrzeuge in Regionalklassen und Typklassen gegliedert. Je nach Einstufung hat dies große Auswirkungen auf die Höhe der Versicherungsprämie. Denn kommt es beispielweise in einer bestimmten Region vermehrt zu Unfällen, wird ein höherer Versicherungsbeitrag fällig. Weitere Einflussfaktoren auf die Kosten sind das Alter des Fahrzeuges, die Fahrleistung oder ob beispielsweise eine Garage vorhanden ist, die das Auto vor Witterung und Vandalismus schützt.

Die meisten Tarife können Autofahrer mit oder ohne Selbstbeteiligung abschließen. Tarife mit Selbstbeteiligung sind meist günstiger und können die Kosten für eine Kaskoversicherung senken.

Vollkasko nicht immer teurer als Teilkasko

Vollkasko ist nicht zwingend teurer als Teilkasko. Der Grund: In der Vollkaskoversicherung wird im Gegensatz zur Teilkaskoversicherung die Anzahl der unfallfreien Jahre, der Schadenfreiheitsrabatt, angerechnet. Autofahrer sollten daher verschiedene Tarifoptionen miteinander vergleichen. Bequem und einfach geht dies online mit einem Versicherungsvergleich. Der Nutzer kann hier zwischen verschiedenen Tarifoptionen (Haftpflicht mit Vollkasko/Teilkasko) wählen und schnell erkennen, ob sich Teilkasko oder Vollkasko mehr lohnt.

Tarife vergleichen und Geld sparen

Egal ob Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung: Vergleich und Bewertung der verschiedenen Anbieter und Tarife sollten immer vor Abschluss auf einem Online-Vergleichsportal berücksichtigt werden. Denn so erhält der Nutzer einen ersten Überblick über die Tariflandschaft im Kfz-Bereich und kann sich bei Interesse über einzelne Angebote und Zusatzleistungen wie einen Schutzbrief oder auch eine Mallorca-Police weiter informieren.

Wer mit seinem aktuellen Tarif unzufrieden ist und die Kfz-Versicherung kündigen möchte, sollte nicht nur Angebote vergleichen, sondern auch die Fristen für einen Versicherungswechsel im Auge behalten. Es ist außerdem wichtig, erst dann zu kündigen, wenn die Zusage des neuen Versicherungsunternehmens vorliegt. Denn im Gegensatz zur Haftpflicht kann der Versicherer Kaskoanträge ablehnen. Wer sich an diese Formalitäten hält, kann mit einem neuen Tarif häufig eingies an Geld sparen und das eigene Auto mit dem richtigen Kaskoschutz sinnvoll absichern.

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