Checkliste Todesfall – Hilfestellung im Trauerfall

Der Tod eines geliebten Menschen ist niemals leicht. Zusätzlich zur Verarbeitung des Verlusts müssen die Angehörigen viele Behördengänge erledigen, Unterlagen zusammensuchen und die Beerdigung organisieren. Umso besser ist es, wenn Sie sich selbst zu Lebzeiten Gedanken machen und sich um eine Bestattungsvorsorge kümmern. Fixieren Sie Ihre Wünsche am besten schriftlich, denn so gibt es keine Zweifel über die gewünschte Bestattungsart.

Mit einer Sterbegeldversicherung können Sie die Kosten für die Beerdigung bereits zu Lebzeiten bezahlen. Für die Angehörigen selbst empfiehlt es sich, eine Todesfall-Checkliste zu erstellen. Sie hilft, den Überblick über die notwendigen Erledigungen zu behalten.

Tipp: Beerdigung individuell planen lassen

  • Bestattung nach eigenen Wünschen gestalten und Preis vorab kalkulieren
  • Persönliche Beratung am Telefon und Organisation vor Ort
  • Unterstützung in jeder Phase des Trauerfalls

Direkt nach dem Todesfall

Ist ein Angehöriger verstorben, hat man eigentlich keinen Nerv für Bürokratie. Dennoch müssen Sie sofort aktiv werden. Als erstes muss ein Totenschein ausgestellt werden. Dieser dient in erster Linie dazu, dass im Anschluss weitere Dokumente wie die Sterbeurkunde ausgestellt werden können. Danach sollten Sie sicherstellen, ob der Verstorbene Verfügungen hinterlassen hat, wie die Beerdigung aussehen soll.

Totenschein ausstellen lassen

Je nachdem, wo beziehungsweise wie die Person gestorben ist, gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen: Ist der Angehörige zu Hause gestorben, sollte direkt ein Arzt verständigt werden. Dieser stellt den benötigten Totenschein für die verstorbene Person aus. Ist der Angehörige bei einem Unfall, in einem Krankenhaus oder Heim verstorben, ist der Ablauf in der Regel standardisiert und Sie als Angehöriger müssen sich nicht selbst um den Arzt und die Ausstellung des Totenscheins kümmern.

Verfügungen des Verstorbenen checken

Im Anschluss sollten Sie bereits vorliegende Verfügungen des Verstorbenen zusammensuchen. Existiert eine Bestattungsverfügung, eine Sterbegeldversicherung oder sogar ein Vorsorgevertrag mit einem speziellen Bestattungsinstitut? Dann sollten Sie das entsprechende Bestattungsunternehmen zeitnah verständigen und es mit der Organisation betrauen.

Zur Orientierung: Todesfall-Checkliste als PDF

Eine PDF Checkliste Todesfall bietet Hinterbliebenen im Ernstfall eine schnelle Orientierungshilfe hinsichtlich der anfallenden Aufgaben. Auf diese Weise behalten Sie auch im Trauerfall den Überblick.

Wenn die verstorbene Person keine Bestattungswünsche geäußert hat, klären Sie, welche Bestattungsart gewählt wird. Danach können Sie sich bei einigen Anbietern nach den anfallenden Bestattungskosten erkundigen und nach Prüfung der Angebote eines der Bestattungsinstitute mit der Organisation der Bestattung beauftragen. Es gibt mittlerweile auch Anbieter, die die gesamte Planung für Sie übernehmen. Abhängig vom jeweiligen Bundesland haben die Angehörigen hierfür bis zu 36 Stunden Zeit.

Sterbefall: Checkliste für Bestatter-Tätigkeiten

Beim ersten Gespräch mit dem Bestatter wird in der Regel besprochen, welche Aufgaben das Bestattungsunternehmen übernehmen soll und welche Sie selbst erledigen.

Das Bestattungsunternehmen kann sich auf Wunsch um folgende Aufgaben kümmern:

  • Überführung der verstorbenen Person in die Leichenhalle

  • Einsargung der verstorbenen Person, verbunden mit hygienischer Versorgung

  • Kontaktaufnahme mit Friedhofsverwaltung und Erwerb der Grabstätte

  • Organisation der Trauerfeier

  • Organisation der Bestattung

  • Organisation der Traueranzeige

  • Informieren der Krankenkasse

  • Informieren der Versicherungen

Beachten Sie jedoch, dass Sie all diese Tätigkeiten auch bezahlen müssen. Wenn Sie sich dazu in der Lage sehen, können Sie daher auch einiges selbst erledigen oder nahestehenden Personen damit betrauen. Die Terminabsprache mit Pfarrer und Friedhofsverwaltung sowie das Schalten der Traueranzeige können beispielsweise ebenso die Angehörigen übernehmen. Auch Krankenkasse, Versicherungen und Co. können Sie selbst anschreiben.

Tipp: Um Ihren Angehörigen den Papierkram zu ersparen, empfiehlt es sich, die Kosten für den Bestatter mithilfe einer Sterbegeldversicherung abzudecken. Dann kann das Bestattungsinstitut alle Aufgaben übernehmen. Ihre Angehörigen müssen dann die Kosten nicht aus eigener Tasche zahlen.

Notwendige Behördengänge und Unterlagen

Nachdem Sie den Totenschein erhalten haben, können Sie weitere Formalitäten erledigen. So benötigen Sie eine Sterbeurkunde, die als Nachweis für Banken, Versicherungen und Behörden dient. Auch Erbangelegenheiten sollten nun geregelt werden.

Sterbeurkunde

Suchen Sie die wichtigsten Dokumente des Verstorbenen zeitnah zusammen, denn diese werden zur Beantragung der Sterbeurkunde beim zuständigen Standesamt benötigt. Da die Sterbeurkunde für eine ganze Reihe anderer Formalitäten gebraucht wird, ist es sinnvoll, sie in mehrfacher Ausfertigung zu beantragen. Das Amt verlangt für jede Kopie eine Gebühr. Die Sterbeurkunde muss dann beispielsweise bei Ämtern, Versicherungen oder der Krankenkasse vorgelegt werden. Informieren Sie sich vorab, ob diese ein Original oder eine Kopie benötigen.

Welche Unterlagen zum Beantragen der Sterbeurkunde genau benötigt werden, hängt in erster Linie vom Familienstand der verstorbenen Person ab.

Benötigte Unterlagen zur Beantragung der Sterbeurkunde:

Totenschein Personal-
ausweis
Geburts-
urkunde
Heiratsurkunde/
Familienbuch
Sterbeurkunde
des Partners
Scheidungs-
urteil
Ledig verstorben x x x
Verheiratet verstorben x x x x
Verwitwet verstorben x x x x x
Geschieden verstorben x x x x x

Optional: Erbschein

Liegt kein eindeutiges Testament vor, benötigen Sie als Erbe einen Erbschein. Er kann entweder beim Notar oder beim zuständigen Nachlassgericht beantragt werden. Wichtige Unterlagen für die Ausstellung eines Erbscheins sind neben der Sterbeurkunde mit dem erfassten Todestag weitere Dokumente, die die entsprechende Person als gesetzlichen Erben ausweisen. Hier kann es sinnvoll sein, das Familienstammbuch der verstorbenen Person mitzubringen. Zudem müssen Sie ggf. einige Angaben eidesstattlich versichern und weitere Unterlagen nachreichen.

Beerdigung planen: Grabnutzung, Bestattungstermin, Grabredner, Blumenschmuck

Nachdem Sie sich für eine Bestattungsform entschieden haben, sollte der Friedhof ausgewählt und die entsprechenden Grabnutzungsrechte erworben werden. Diese erhalten Sie bei der entsprechenden Gemeinde. Bei einer Feuerbestattung müssen Sie zudem noch die Genehmigung des Krematoriums einholen.

In Absprache mit der Friedhofsverwaltung wird der Bestattungstermin festgelegt. Im Anschluss können Sie den Pfarrer bzw. Trauerredner kontaktieren. Häufig findet vor der Beisetzung ein Gesprächstermin mit den Angehörigen statt, so dass der Trauerredner persönliche Inhalte in die Trauerrede aufnehmen kann.

Doch nicht nur der Inhalt der Trauerrede wird vorab besprochen. Auch das Blumengesteck und die Dekoration der Trauerhalle sollten Sie vorab bei einer Gärtnerei in Auftrag geben. Ergänzend können Sie bei einem Steinmetz schon den Grabstein bestellen. Ist im Anschluss an die Beerdigung noch ein gemeinsames Essen oder ein Kaffeetrinken geplant, gilt es zudem vorab einen Tisch zu reservieren. Je nach Wunsch kann man zudem über Trauerkarten und die Veröffentlichung einer Traueranzeige nachdenken.

So läuft die Trauerfeier ab

Wie läuft die Trauerfeier konkret ab? Was brauchen Sie alles und wie gestalten Sie sie am besten? Im Ratgeber rund ums Thema Beerdigung und Trauerfeier erhalten Sie noch genauere Informationen.

Unmittelbar nach der Bestattung

Ist die Trauerfeier vorüber, steht der Dank bei allen Personen an, die ihr Beileid zum Verlust der verstorbenen Person ausgesprochen haben. Die Trauerdanksagung kann zum Beispiel in Form eines Zeitungsinserats oder über Trauerbriefe erfolgen. Selbstverständlich können Sie sich bei Personen, die Ihnen besonders nahestehen oder von denen Sie in der schweren Zeit besondere Unterstützung erfahren hat, auch persönlich bedanken.

Todesfall: Was tun, wenn einige Zeit vergangen ist?

Das Schlimmste liegt nun hinter Ihnen. Dennoch sollten Sie weiter ein Auge auf die Unterlagen des Verstorbenen haben. Bevor Sie alle Bankkonten kündigen, sollten Sie prüfen, ob noch Zahlungen ein- oder ausgehen und die entsprechenden Verträge oder Versicherungen beenden. Vergessen Sie außerdem nicht, alle offenen Rechnungen zu begleichen, die für die Bestattung angefallen sind.

Verträge kündigen und Kontoumsätze prüfen

Nachdem einige Wochen vergangen sind, ist es an der Zeit, noch ausstehende Leistungsansprüche bei Ämtern, Behörden, Firmen, Krankenkasse und Versicherungen geltend zu machen. Auch Verträge, Mitgliedschaften und Abonnements, müssen Sie kündigen. Wichtig ist zudem, sich einen Überblick über den regelmäßigen Zahlungsverkehr der verstorbenen Person zu verschaffen und gegebenenfalls Daueraufträge oder Einzugsermächtigungen zu kündigen. Kontrollieren Sie dazu am besten die Umsätze um den 1. und 15. eines Monats und vergessen Sie auch nicht jährliche Zahlungen.

Ausstehende Rechnungen begleichen

Außerdem müssen jetzt alle Rechnungen im Zusammenhang mit der Bestattung beglichen werden. Dies umfasst nicht nur die Arbeit des Bestatters, sondern auch die Gärtnerei, den Steinmetz sowie die Friedhofsverwaltung. Spätestens, wenn das Grab abgeräumt wurde, sollten Sie sich zudem über die Grabpflege Gedanken machen. Möchten Sie sich selbst um die Bepflanzung des Grabes kümmern oder soll es eine Friedhofsgärtnerei übernehmen? Sollte noch geld aus einer Sterbegeldversicherung übrig sein, empfiehlt es sich, es in die Grabpflege zu investieren.

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